Christ von Thinksurance: “Produktentwicklung muss sich an Marktdaten, Kundenverhalten und übergeordneten Trends orientieren”

Head of Product & Insurance Content bei Thinksurance.: Matthias Christ. Quelle: Thinksurance

Matthias Christ hat große Ziele. Der Head of Product & Insurance Content bei Thinksurance will zwischen Makler und Versicherer “den optimalen Product-market-fit” erreichen. Wie das gelingt, erklärt er im Interview.

VWheute: Sie wollen  bei Thinksurance den perfekten “Product-market-fit” erreichen. Was ist das, was bedeutet es?

Matthias Christ: Nun, oft beobachtet man im Gewerbe- und Industriemarkt vermeintliche Grabenkämpfe: Kunden gegen Vermittler gegen Versicherer. Zum Beispiel sind Kunden im Schadenfall oft unzufrieden mit ihrer Absicherung und ihrem Vermittler. Vermittler dagegen beklagen inhaltlich wenig überzeugende Tarife zu nicht nachvollziehbaren Prämien. Und den Gesellschaften fehlen bei der Tarifentwicklung häufig relevante Daten zu tatsächlicher Nachfrage und Kundenwünschen. Dabei gehen die Zielsetzungen aller Beteiligten in die gleiche Richtung. Vermittler möchten Kunden umfassend und haftungssicher beraten, Kunden möchten bedarfsgerechten Versicherungsschutz und Produktgeber eine risikogerechte Prämie. Das Ganze unterstützt durch einen schlanken und digitalen, kurz: effizienten Prozess für alle. Mit unserer Beratungsplattform und vor allem in meiner Position schaffen wir genau diese Win-win-win-Situation.

Um es einmal konkret zu machen: Für Versicherer ist es elementar, dass ihre Tarife in einem transparenten und technologiegetriebenen Marktumfeld wie unserer Plattform überzeugen. Deshalb beraten mein Team und ich sie hinsichtlich der technologischen und prozessualen Anforderungen und steuern auch die Weiterentwicklung unserer Plattform in einem Sinne, in dem dies möglich ist. Gleichzeitig entwickeln wir über Data Insights Ansatzpunkte, wie die Gesellschaften ihre Tarife inhaltlich besser an den Bedürfnissen der Kunden ausrichten können. Ich persönlich plädiere für eine Produktentwicklung, die sich an Marktdaten, Kundenverhalten und übergeordneten Trends orientiert, anstatt im stillen Kämmerlein ein fertiges Produkt hervorzubringen.

Aber das ist ja eben nur eine Seite, denn natürlich wollen wir mit Thinksurance auch für Makler den besten Mehrwert bieten. Aufgrund meiner eigenen langen Erfahrung als Berater im Gewerbesegment kenne ich die Herausforderungen gut – sowohl was die Erwartungen an Tarife und Produktgeber wie auch an Unterstützung in der Beratung betrifft. Daher liegt mir besonders am Herzen, die Anforderungen und Bedürfnisse von Maklern beständig zu evaluieren, mit den Produktangeboten der Versicherer und unserem abzugleichen und diese daraufhin ständig zu optimieren. Ein kleines, aber effektives Beispiel: Vermittlern hilft eine klare, strukturierte Risikoerfassung ohne Doppel- oder unnötige Eingaben über alle Versicherer hinweg. Meine Aufgabe ist, das inhaltlich und technisch möglich zu machen. 

Deshalb ist mein Credo: Profis brauchen Profi-Lösungen, die den komplexen Anforderungen des Industrie- und Gewerbegeschäfts gerecht werden und klug unterstützen.

VWheute: Welche Rolle spielt Digitalisierung dabei?

Matthias Christ: Ganz grundsätzlich können digitale Lösungen dabei helfen, die aktuellen Herausforderungen zwischen den einzelnen Akteuren zu überwinden, sodass eine Integration aller Marktteilnehmer gelingt. Vielleicht sehr naheliegend: Mit einer digitalen Plattform wie unserer, auf der alle Marktteilnehmer zusammenkommen können, sind Automatisierung, Effizienz, Komplexitätsreduktion und Transparenzsteigerung nur wenige Klicks entfernt. Das ist insbesondere im komplexen Gewerbe- und Industriesegment für alle von Vorteil.

Dazu kommt, dass durch die schon angesprochenen Data Insights Sachverhalte in Zukunft datenbasiert beschrieben und Entwicklungen vorhergesagt werden können – bei Vermittlern ebenso wie bei Gesellschaften. Das wiederum sorgt dafür, dass alle Markteilnehmer leichter abschätzen können, wie sich verschiedene Vorgehensweisen auf ein Ergebnis auswirken werden und so bereits von vorneherein Ansatzpunkte zur Verbesserung des Ergebnisses haben. Ohne Digitalisierung wäre dies schlicht nicht möglich.

Zur Person: Matthias Christ verantwortet seit 2021 in neuer Funktion als Head of Product & Insurance Content die produkt- und tarifbezogene Zusammenarbeit mit Versicherern und treibt in dieser Rolle auch die technologische Weiterentwicklung der Thinksurance Beratungsplattform maßgeblich voran. Zuvor war der gelernte Versicherungskaufmann unter anderem als Direktionsbevollmächtigter für gewerbliche Sachversicherungen für die Generali und als Senior Maklerbetreuer beim Vergleicher Finanzchef24 tätig. Mit diesem Werdegang “vereint Christ fachliche Expertise im Bereich Gewerbe- und Industrieversicherungen mit hoher digitaler und technologischer Kompetenz”. 2017 wechselte er zu Thinksurance.

VWheute: Wie muss sich der Makler in der heutigen Versicherungswelt positionieren?

Matthias Christ: Im Alltag der Makler verändert sich gerade sehr viel. Zum einen ist die Arbeit allein im letzten Jahr wie in vielen Branchen viel digitaler geworden – von der Kommunikation über E-Mail, hin zu Video-Beratungsgesprächen und vermehrten Online-Abschlussstrecken. Das spart Zeit und schafft Kapazitäten. Mit diesen geht, denke ich, ein zweiter, viel essenziellerer Wandel einher: Makler sind nicht nur mehr „Vermittler“, sondern wieder immer mehr Berater, denn das wollen die Kunden mehr denn je! Sie müssen meiner Meinung nach weg von der Idee “Ich verkaufe” hin zur eigenen Wahrnehmung als Risikomanager ihrer Kunden. Kunden wollen davon ausgehen können, dass ihr Makler ihre Bedürfnisse analysiert, versteht und mit dem Mandat an den Markt tritt, die für den Kunden beste und maßgeschneiderte Absicherung zu finden. Daher sollten Makler hier auch ruhig selbstbewusster auftreten und genau diese Wahrnehmung einfordern – bei den Kunden ebenso wie bei den Gesellschaften.

VWheute: Wie kann die Thinksurance Beratungsplattform ihm dabei helfen?

Matthias Christ: Die größte Unterstützung liegt erst einmal darin, dass wir alle Vermittlungsprozesse durchdacht digitalisiert und automatisiert haben. Das bietet eine enorme Steigerung der Effizienz. So reduzieren wir den manuellen Verwaltungsaufwand, verschaffen den Vermittlern mehr Zeit und reduzieren Verwaltungskosten. Gleichzeitig kann dadurch die Produktivität gesteigert werden. Das Ergebnis: Es bleibt mehr Zeit für die optimale Beratung und natürlich für Vertriebsaktivitäten. Das kommt letztlich auch den Versicherern zugute. Ein weiterer wichtiger Punkt ist zudem die neu gewonnene Transparenz, die unsere Lösung mit sich bringt. Digitale Tools machen eine Vielzahl von Informationen zugänglich, der Vergleich verschiedenster Angebote ist so detailliert und passgenau möglich wie nie zuvor und damit kann genau das Angebot gemacht werden, dass sich der Kunde wünscht. Somit sind am Ende alle zufrieden – Win-win-win eben.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.

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