Rückversicherungspreise für die Luftfahrt gehen in die Luft

Quelle: Bild von Gerhard G. auf Pixabay

Die Rückversicherer dürften sich freuen: Der Versicherungsschutz für Flugzeuge dürfte sich in diesem Jahr spürbar verteuern. Laut einer Analyse des Versicherungsmaklers Willis Re seien die Rückversicherungspreise in der Luftfahrt um bis zu 250 Prozent gestiegen.

Die Gründe für den Preisschub sieht der Makler vor allem in den Coronabedingten Folgen für die internationalen Airlines sowie die beiden 737-Max-Abstürze, die 346 Menschenleben gekostet haben. So litten die Versicherer unter massiven Prämienverlusten, weil die Verträge mit den Fluggesellschaften in der Regel nach geflogenen Kilometern abgerechnet werden, wird James Vickers, Chef von Willis Re International, bei der Nachrichtenagentur Reuters zitiert.

Glaubt man einer Analyse der International Air Transport Association (IATA) vom Juni 2020, dürfte der Umsatz der internationalen Airlines allein im vergangenen Jahr um 61 Prozent auf 214 Mrd. US-Dollar einbrechen. Auch im kommenden Jahr sollen die Einnahmen nach Einschätzung des Verbandes deutlich unter dem normalen Niveau bleiben. Anders sieht es dagegen beim Frachtverkehr aus: Der wird im laufenden Jahr den IATA-Analysten zufolge mit einem Umsatz von rund 111 Mrd. US-Dollar kräftig wachsen. Der Verband erklärt dies vor allem mit steigenden Preisen.

Mit massiven Folgen für die internationalen Flughäfen: Einer aktuellen Prognose des Airport Councils International (ACI) zufolge liegen die Umsatzeinbrüche zwischen 55 und 65 Prozent. Die Anzahl der weltweiten Abflüge lag im August 2020 noch 60 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auch der deutsche Flughafenverband ADV malte ein düsteres Bild der Branche:

Demnach seien die Passagierzahlen allein im September um rund 80 Prozent zum Vorjahr eingebrochen seien. Die Umsatzausfälle belaufen sich laut ADV für März bis September auf zwei Mrd. Euro und für das Gesamtjahr 2020 auf 3,6 Mrd. Euro. Zudem sei ein Viertel der über 180.000 Arbeitsplätzen an Flughafenstandorten sei gefährdet.

Allein der Betreiber von Deutschlands größtem Luftdrehkreuz – die Fraport – verzeichnete für das erste Halbjahr 2020 eine deutliche Flaute am Flughafen Frankfurt. So brach der Umsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres um 48,9 Prozent auf 910,6 Mio. Euro ein. Auch die Flugbewegungen an Deutschlands größtem Airport bewegen sich auf weiterhin niedrigem Niveau: Laut Fraport ging die Zahl der Flugbewegungen allein im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 63,7 Prozent auf 16.940 Flugbewegungen zurück. Die Summe der Höchststartgewichte war mit rund 1,1 Millionen Tonnen um 61,7 Prozent rückläufig. Das Cargo-Aufkommen sank trotz der fehlenden Kapazitäten aus der Beiladefracht in Passagiermaschinen jedoch um nur 5,0 Prozent auf 165.967 Tonnen.

Autor: VW-Redaktion

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