Rauchwolken über Kalifornien und ein Hurrikan über Texas

Quelle: LA Fire Department / flickr / https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

Jedes Jahr aufs Neue: Massive Waldbrände wüten in Kalifornien. Beinahe eine Viertelmillion Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Die Evakuierungskosten bezahlen Versicherer. Teurer wird es hingegen für die Assekuranz in Texas, wo an diesem Donnerstag Hurrikan „Laura“ die Küste erreicht und viele Öl- Raffinerien beschädigt.

Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom sprach am Montag von „historischen Waldbränden“ in diesem Jahr. Seit Jahresbeginn, aber vor allem seit Mitte August, seien über 7000 Brände ausgebrochen und hätten mehr als 5600 Quadratkilometer Land verkohlt. Im vorigen Jahr wüteten in dem gleichen Zeitraum knapp 4300 Feuer auf einer Fläche von 226 Quadratkilometern, erklärte Newsom.

Menschen, die der Evakuierungsaufforderung folgten, können ihre Kosten von ihren Versicherern erstattet bekommen, so das kalifornische Department of Insurance. Mehr als 120.000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Bislang sprechen die kalifornischen Behörden von fünf Menschen, die bei den Feuern ums Leben kamen. Im Gegensatz zu den Bränden der Vorjahre sind vor allem Waldgebiete und ländliche Regionen betroffen. Dreieinhalb tausend Gebäude sind niedergebrannt. Dennoch ist erst August, normalerweise kommt es im September und Oktober zu den größten Bränden, die auch die schwersten Schäden verursachen.

Hurrikan „Laura“ könnte 18 Mrd. Dollar an versicherten Schaden kosten

Ein paar Tausend Kilometer weiter am Golf vom Mexiko könnte es für die Assekuranz noch teurer werden. Dort befindet sich mehrere Raffinerien an der Küste, fast die Hälfte der gesamten US-Ölverarbeitungsindustrie, und könnten nun vom Hurrikan „Laura“ an diesem Donnerstag stark beschädigt werden. „Auch wenn die Raffinerien nach dem zerstörerischen Hurrikan Katrina im Jahr 2005 verstärkt wurden, drohen Überflutungen“, betont Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank.

Der aktuelle Sturm hat bereits die Offshore-Öl- und Erdgasproduktion unterbrochen, ein Drittel der Raffineriekapazität an der Golfküste wurde geschlossen und Exportlieferungen gestoppt. Chuck Watson, Analysten von Enki Research, prognostizierte gegenüber Bloomberg, dass ein Schaden zwischen 6 und 18 Mrd. Dollar möglich ist. Etwa 10 bis 12 Prozent der US-Raffineriekapazität könnten für mehr als sechs Monate stillgelegt werden.

Das staatliche Hurrikanzentrum NHC wartne eindringlich vor Sturmfluten, Überschwemmungen und starken Regenfällen in Texas und Louisiana. Das NHC erwartet für die Saison bis zu 25 Stürme, Laura ist erst der zwölfte. In durchschnittlichen Jahren gibt es an der Atlantikküste zwölf Stürme, von denen sich drei zu Hurrikans der Kategorie drei, vier oder fünf entwickeln. Die Wirbelsturmsaison endet Ende November.

 Autor: VW-Redaktion

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