Was sind die Tarife von Start-ups wert?

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Halten die Privathaftpflichttarife der Versicherer das, was sie sagen? Das Ratingunternehmen Franke & Bornberg hat insgesamt 562 Tarife nach 55 Kriterien je nach Produktvariante unter die Lupe genommen, darunter auch einige Insurtechs. Das Ergebnis ist eher ernüchternd.

Im Fokus der Analysten standen dabei Tarife von Start-ups wie Adam Riese, Getsafe, helden. de, Lemonade, Neodigital und One. Diese richten sich nach den Wünschen ihrer zumeist jüngeren Kundschaft aus und setzen auf schlanke PHV-Tarife. Übersichtliche Leistungen sollen Antragsstrecke und Schadenbearbeitung einfach und vor allem schneller machen.

Die Ergebnisse scheinen jedoch eher ernüchternd: „Ein schlanker Tarif bedient vor allem den Wunsch nach weniger Komplexität. Das schafft Vertrauen, aber noch lange keinen Top-Tarif. Einige PHV-Tarife von Insurtechs landen am unteren Ende unserer Bewertungsskala“, kommentiert Christian Monke, Leiter Versicherungsanalyse bei Franke & Bornberg.

Allerdings würden die Leistungen einer privaten Haftpflichtversicherung oft deutlich über die gesetzliche Haftung hinausgehen, heißt es weiter. Aber nicht jeder Kunde lege Wert auf die bestmögliche Privathaftpflicht. So habe sich die Tarifqualität seit dem ersten Test deutlich verändert. Gleichzeitig würden die Deckungssummen steigen. Versicherer wie die WGV und Signal Iduna bieten im Top-Tarif mittlerweile bis zu 75 Mio. Euro, die Allianz in ihrem Premium-Tarif sogar bis zu 100 Mio. Euro Deckung.

„Neue Tarifgenerationen schneiden fast immer besser ab als ihre Vorgänger. Tarifliche Regelungen werden heute präzise und weitaus detaillierter beschrieben als noch vor einigen Jahren. Der Einschluss von Luftfahrzeugen wie Drohnen und Copter in die PHV liefert ein gutes Beispiel für Verbesserungen. Die meisten Gesellschaften haben ihre restriktive Haltung aufgegeben, Gewichtsbeschränkungen gelockert und den Ausschluss von Luftfahrzeugen mit Motor gestrichen. Nur noch wenige Gesellschaften verlangten für Drohnen & Co. einen Extrabeitrag“, so Monke.

Ein weiterer Trend: Erste Versicherer kalkulieren ihre Haftpflichtprämien abhängig vom Wohnort (PLZ). Zu den Pionieren der PLZ-Differenzierung zählen laut Rating-Agentur die Interlloyd, die Axa und die HDI. Noch ungewiss s allerdings, ob sich der Trend zur PLZ-basierten Prämie durchsetzen werde.

Autor: VW-Redaktion

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