Sparen bei der IT: Was taugt eine Gebrauchtsoftware für Versicherer?

Quelle: Soft & Cloud AG

Durch den weitgehenden Lockdown und die folgende Rezession müssen auch Versicherer mit finanziellen Einbußen rechnen. Um diese abzufedern, sind nachhaltige Maßnahmen zur Kostensenkung gefragt. Hier bietet sich die Nutzung von gebrauchter Software an. Mit ihr kann Geld gespart werden, ohne dass es „weh tut“.

Ende März stellte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ein Sondergutachten vor. Darin heißt es, dass die deutsche Wirtschaft 2020 deutlich schrumpfen wird. Wie heftig der Schlag ausfallen wird, bleibt abzuwarten. Drei Szenarien haben die „fünf Wirtschaftsweisen“ entwickelt – je nachdem, wie hart die Corona-Krise das Land trifft. In allen Fällen sind sich die Experten jedoch sicher, dass „eine Rezession im ersten Halbjahr 2020 in Deutschland nicht zu vermeiden sein wird.“

Das Gebot der Stunde lautet folglich auch für Versicherer: Kosten sparen. Doch wo könnte der Rotstift am besten angesetzt werden, ohne dass darunter die Arbeitsqualität leidet? Klassische Sparmaßnahmen wie die Kürzung des Marketingbudgets oder das Senken der Personalkosten ziehen oft ungewollte Konsequenzen nach sich: Das Einfrieren von Bonuszahlungen oder Gehaltserhöhungen wirkt sich negativ auf die Motivation der Mitarbeiter aus. Langfristig auf Werbung und Öffentlichkeitsarbeit zu verzichten, birgt die Gefahr, aus dem Bewusstsein potenzieller neuer Versicherungsnehmer verdrängt zu werden.

Eine clevere Lösung ist die Nutzung von Gebrauchtsoftware. Denn zweitverwertete Lizenzen stehen neuen Produkten hinsichtlich ihres Funktionsumfangs, der Sicherheit, des Supports und der Qualität in nichts nach. Abnutzungserscheinungen gibt es nicht, da Softwarelizenzen kein physisches Produkt sind, sondern lediglich Nutzungsrechte. Die Legalität der gehandelten Lizenzen garantieren seriöse Händler wie die Soft & Cloud AG.

60 Prozent Ersparnis für Schweizer Versicherung

Ein Beispiel aus der Praxis zeigt das große Sparpotenzial, das sich durch den Kauf von Gebrauchtsoftware erschließen lässt: Anfang 2019 stand für eine führende Schweizer Versicherungs-Gesellschaft die Migration ihrer SQL Server an. Rund 650 Arbeitsplätze sollten mit neuwertigen Lizenzen ausgerüstet werden. Die Sondierung des Marktes zeigte, dass mit dem Kauf des zu diesem Zeitpunkt aktuellen Microsoft SQL Server 2017 Ausgaben von 208.000 Euro entstanden wären.

Weil die Assekuranz diese hohen Kosten vermeiden wollte, machte man sich auf die Suche nach einer Alternative – hier fiel die Möglichkeit, gebrauchte Software anzuschaffen, ins Auge. Also entschied sich der Versicherer für den Kauf von gebrauchten SQL 2017-Lizenzen. Auf diese Weise erzielte das Unternehmen einen deutlich niedrigeren Gesamtpreis von 123.000 Euro und sparte somit 85.000 Euro beziehungsweise knapp 60 Prozent gegenüber dem Neupreis.

Das Beispiel zeigt: Der Umstieg auf zweitverwertete Lizenzen lohnt sich. Erst Recht, wenn man bedenkt, dass zusätzlich die bisher genutzte Software verkauft werden kann. Dann kommt zur Ersparnis beim Kauf auch der Erlös, der durch die Inzahlungnahme durch den Gebrauchtsoftwarehändler entsteht. Außerdem kann der gleiche Vorgang bei der nächsten Migration erneut durchgeführt werden.

Trend nach oben: Gebrauchte Software häufiger im Einsatz

Auf Gebrauchtsoftware zu setzen, macht also Sinn. Doch noch immer ist die „schmerzfreie Sparmaßnahme“ nicht flächendeckend verbreitet. Das zeigt eine aktuelle YouGov-Umfrage: Rund 70 Prozent der Befragten geben an, dass in ihrem Unternehmen keine Gebrauchtsoftware genutzt wird. Ein möglicher Grund dafür ist, dass unterschätzt wird, wie groß das Einsparpotenzial tatsächlich ist. Knapp die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer glaubt an höchstens 40 Prozent Kostenersparnis, jede Dritte Antwort lag gar darunter, nämlich bei maximal 30 Prozent.

Jedoch zeigt die Studie auch, dass nach und nach immer mehr IT-Verantwortliche die Nutzung von gebrauchter Software in Betracht ziehen. Dies legt zumindest die Verdopplung derjenigen Befragten nahe, die schon heute auf Gebrauchtsoftware setzen: Waren es in der gleichen Umfrage zwei Jahre zuvor noch zwölf, sind es heute schon 24 Prozent. In Zeiten des Sparzwangs könnte sich diese Zahl noch einmal erhöhen.

Autor: Michael Helms, Vorstand Soft & Cloud AG

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