Feri warnt vor italienischem Finanzkollaps – Stefan Knoll war schneller

Drohender Finanzkollaps. Werden in Italien bald die Druckmaschinen angeworfen? Bild von andreas160578 auf Pixabay

Das Coronavirus hat die Wirtschaft im Würgegriff. Weltweit werden gewaltige Rettungsschirme und Stützungsprogramme angekündigt, die den Schaden begrenzen sollen. Einige Länder wie Italien könnte das finanziell überfordern, warnt die Investmentgesellschaft Feri. Der Chef der Deutschen Familienversicherung (DFV), Stefan M. Knoll, hat es vorausgesagt und gehandelt.

Die Auswirkungen der Corona-Krise spüren alle Unternehmen, Versicherer wie die DFV besonders bei der Kapitalanlage. Durch die Talfahrt der Märkte habe man circa zehn Mio. Euro gegenüber dem Jahresultimo 2019 verloren, erklärte Knoll bei der Vorstellung der Geschäftszahlen.  Das entspreche einem Minus von etwa zehn Prozent und sei „noch ganz brauchbar“. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Finanzmarktkrise habe die DFV Cash-Positionen aufgebaut, dazu wurden spanische und italienische Staatsanleihen verkauft. Herr Knoll ließ durchblicken, dass er besonders im Hinblick auf Italien einen finanziellen Kollaps nicht ausschließt.

Inflationsangst über Europa

Dieser Einschätzung schließt sich Feri an. „Nach Hongkong verteilt nun mit den USA erstmals auch ein großes Land Geld ‚per Helikopter‘. Das könnte der Auftakt zu weitaus größeren Aktionen sein“, glaubt Heinz-Werner Rapp, Gründer und Leiter des Feri Cognitive Finance Institute. Ein solches Vorgehen erhöht die Staatsverschuldung, was wiederum die Anleihemärkte „nervös mache“.

Die finanzielle Dimension dieser Krise dürfte ein Ausmaß erreichen, das die fiskalische Tragfähigkeit einzelner Länder überfordere, glaubt Feri. Dies gelte speziell für Italien mit seinem „beispiellosen ökonomischen und sozialen Absturz“. Das hat Folgen. „Mittelfristig droht von dort eine Neuauflage der Eurokrise, die auch von der EZB kaum noch aufgefangen werden könnte, zumindest nicht mehr mit den bisherigen Mitteln“, warnt Rapp.

Damit wäre der Weg zur „offenen monetären Finanzierung“ (OMF) vorgezeichnet, also einer massiven Monetisierung von Staatsausgaben durch Notenbanken. Dies könnte „berechtigte Inflationsängste in Gang setzen“.

Autor: VW-Redaktion

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