Hungernde Vermittler? Zwei Drittel unter 50.000 Euro Verdienst

Quelle: Gerd Altmann / Pixabay

Ist das Glas halb voll oder halb leer: Versicherungs- und Finanzanlagenvermittler haben im vergangenen Jahr ihren Umsatz um vier Prozent und ihren Gewinn um acht Prozent gesteigert. Allerdings liegen zwei Drittel beim Verdienst unter 50.000 Euro.

Es gibt erhebliche Einkommensunterschiede in der Branche, wie das AfW-Vermittlerbarometer 2019 zeigt. Im Durchschnitt gaben Vermittler im Vorjahr  einen Umsatz in Höhe von 108.120 Euro und einen Gewinn von rund 55.000 Euro an. Dies ist ein Ergebnis des AfW-Vermittlerbarometers, der jährlichen Online-Branchenumfrage des AfW Bundesverband Finanzdienstleistung.

Zwei Drittel der befragten 1.586 Vermittler befindet sich im Gewinn-Segment bis 50.000 Euro. Nur jeder siebte Vermittler erreicht einen Gewinn von über 100.000 Euro.

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„Die Umfrage unterstreicht eindrücklich, dass die auch in der Politik teilweise immer noch existierenden Klischees von einer in Geld schwimmenden Vermittlerschaft nicht der Realität entsprechen“, sagt Frank Rottenbacher, Vorstand des Bundesverband Finanzdienstleistung AfW. „Die Erhöhung des durchschnittlichen Gewinns resultiert daraus, dass kleine und unrentablere Vermittlerbüros aufgeben oder von größeren Unternehmen übernommen werden, die dann effizienter mit den Beständen arbeiten können“, analysiert er.

Mehr Transparenz gegenüber Kunden

Die Transparenz bei der Vermittlervergütung ist „relativ stark“ ausgeprägt. So bejahen 69 Prozent der Immobiliardarlehensvermittler die Aussage, dass ihre Kunden wissen, wie und in welcher Höhe sie für ihre Beratungsleistung vergütet werden.

Die Versicherungsvermittler haben noch Nachholbedarf. Nur jeder Zweite gibt an, dass seine Kunden über die Vergütung Bescheid wüssten.  Immerhin 22 Prozent lehnten die Aussage zur Transparenz in der Vergütung ab, 26 Prozent standen der Aussage neutral gegenüber.

Die Grafik zeigt, wie groß die Offenheit der Vermittler bezüglich der eigenen Vergütung gegenüber den Kunden ausgeprägt ist.

Quelle: Afw

„Das Ergebnis zeigt, dass sich Vermittler des Wertes Ihrer Dienstleistung mehr und mehr bewusst sind und bereit sind, diese offen beim Kunden anzusprechen“, erklärt Rottenbacher.

Zur Studie: Das jährliche AfW-Vermittlerbarometer wurde in Kooperation mit den Fördermitgliedern des Verbandes bereits zum zwölften Mal mittels Online-Umfrage im November 2019 durchgeführt. 1.586 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, von denen 35% AfW-Mitglieder sind, beantworteten rund 50 Fragen zu ihrer Tätigkeit, ihrem Einkommen, der Regulierung und anderen aktuellen Fragen. Rund 81 Prozent der befragten Vermittler weisen einen Maklerstatus auf, 61% haben eine § 34f Erlaubnis. Daher unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung für den unabhängigen Vertriebsweg Makler.

Ein Kommentar

  • Ridschie Blanko

    Vermittler. Und das unter den Augen der völlerei frönenden und satten Versicherer. Ein Phänomen welches des Deutschen nachhängt und der FDL Industrie mehr als glücklich in die Karten spielt. Niemals hinterfragen. Wenn hinterfragen dann droht Ausgrenzung, Aussperrung, Verfolgung und Rausschmiss. Man könnte auch meinen wir haben es nicht besser verdient.

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