Umfrage: Wechselaktivität im Kfz-Jahresendgeschäft bricht um ein Drittel ein

Die Wechselbereitschaft in der Kfz-Versicherung ist spürbar zurückgegangen. Quelle: Bild von Peter Gottschalk auf Pixabay

Die Bereitschaft den Kfz-Versicherer zum Jahresende zu wechseln, scheint im letzten Jahr deutlich gesunken zu sein. Von den rund 41 Mio. privaten Kfz-Versicherungsnehmern haben nur noch 18 Prozent einen möglichen Wechsel ihrer Kfz-Versicherung zum Jahresende 2021 in Betracht gezogen. Damit sinkt die Wechselaktivität im Jahresendgeschäft der Kfz-Versicherungssparte von 28 Prozent in 2018 auf nun 18 Prozent das dritte Jahr in Folge.

Laut einer Umfrage von Sirius Campus unter 1.946 Kfz-Versicherungsnehmern ab 18 Jahren in der ersten Dezember-Hälfte 2021 ist auch die Anzahl der tatsächlichen Wechsler von 1,9 Mio. Ende 2020 auf nunmehr 1,3 Mio. Ende 2021 gesunken. Das meiste Neugeschäft haben demnach ADAC, Allianz, Axa, HDI und Huk-Coburg getätigt. Nettogewinner – also nach Abzug der Kündigeranteile – sind jedoch andere Anbieter: HDI, Verti und VGH, heißt es weiter.

Demnach würden nur noch 70 Prozent der Wechsler (Vorjahr: 75 Prozent) beim Preis sparen. Für 25 Prozent bleibe der Preis ungefähr konstant (Vorjahr: 23 Prozent) und fünf Prozent zahlten aufgrund einer umfangreicheren Absicherung sogar mehr. Bei günstigeren Policen konnten die Wechsler nach Angaben von Sirius Campus im Schnitt 144 Euro ihrer jährlichen Versicherungsprämie einsparen (Vorjahr: 150 Euro).

Quelle: Sirius Campus

Die Gründe für das geänderte Kundenverhalten sind laut Umfrage zwar vielfältig, lassen sich aber oftmals in Verbindung mit der Pandemie bringen. Die geringere Fahrleistung in der Pandemie habe demnach zu weniger Schäden geführt und SF-Klassen-Rückstufungen seltener gemacht. So ist das Wechselmotiv einer Beitragserhöhung von 31 Prozent in 2019 auf 26 Prozent in 2021 gesunken.

Auch die Kontaktbeschränkungen reduzieren die Hoffnung verhandlungsstarker Kunden, die sogenannten Optimierer, Rabatte bei ihren aktuellen Vermittlern einzufordern. Denn das Wechselmotiv, ein günstiges Alternativangebot als Verhandlungsargument gegenüber dem Vermittler zu suchen, ist von 36 Prozent in 2019 auf 24 Prozent in 2021 gesunken. Gleichzeitig kann eine Tendenz zur Konzentration der Versicherungsverträge auf einen Vermittler beobachtet werden. Eine bessere Versicherungsgesellschaft (17 Prozent) und eine Bündelung aller Verträge (14 Prozent) wurden häufiger als in den Vorjahren als Wechselmotiv genannt.

„Weniger Kunden als in den Vorjahren haben ihre Vermittler mit Rabattverhandlungen beschäftigt. Die gewonnene Zeit haben Vermittler dann für die eigene Ansprache mit Qualitäts- und Bündelargumenten genutzt.“

Oliver Gaedeke, Gründer und Geschäftsführer der Sirius Campus GmbH

Zudem nutze nur etwa die Hälfte der Wechselwilligen (49 Prozent) einen Vergleichsrechner, um bessere Angebote zu finden. Dagegen stieg laut Umfrage der Anteil der Angebotsanfragen bei Vertretern, Maklern, Geschäftsstellen unter den Wechselwilligen um sieben Prozentpunkte auf 35 Prozent. Und so hat sich der Anteil der Neuabschlüsse bei Vermittlern und Bankberatern insgesamt auch auf 58 Prozent (Vorjahr: 44 Prozent) gesteigert.

Quelle: Sirius Campus

Vergleichsportale verlieren nach Angaben von Sirius Campus in diesem Jahr im Neugeschäft und können nur noch 17 Prozent (Vorjahr: 23 Prozent) der Wechsler für sich gewinnen. Unter den Vergleichern dominiert Check24 mit 66 Prozent (Vorjahr: 77 Prozent) aller Vergleicherabschlüsse im Jahresendgeschäft der Kfz-Versicherungssparte, musste aber Anteile an Verivox und kleinere Portale abgeben. Zudem litten die Vergleichsportale vor allem unter zu wenig Angeboten mit relevantem Sparpotenzial. So schnellte die Begründung gegen einen Wechsel wegen zu geringer Beitragseinsparung von drei Prozent im Vorjahr auf 25 Prozent hoch.

Autor: VW-Redaktion

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