Verlieren Industrieversicherer den digitalen Anschluss?

Die Industrieversicherer scheinen die Chancen des digitalen Wandels bislang nur sehr unzureichend zu nutzen. Laut einer aktuellen Untersuchung des Industrieversicherungsmaklers Marsh und der Strategieberatung Oliver Wyman bewerten nur fünf Prozent der Unternehmen ihren Digitalisierungsgrad über die Wertschöpfungskette noch als überdurchschnittlich. In der Vorgängerstudie war es noch jedes dritte Unternehmen.

Die Industrieversicherer scheinen die Chancen des digitalen Wandels bislang nur sehr unzureichend zu nutzen. Laut einer aktuellen Untersuchung des Industrieversicherungsmaklers Marsh und der Strategieberatung Oliver Wyman bewerten nur fünf Prozent der Unternehmen ihren Digitalisierungsgrad über die Wertschöpfungskette noch als überdurchschnittlich. In der Vorgängerstudie war es noch jedes dritte Unternehmen.

Gleichzeitig sehen sich zwischen 15 und 45 Prozent der befragten Unternehmen bei den Technologien Big Data Analytics, künstliche Intelligenz/maschinelles Lernen und Cloud Computing im Branchenvergleich als führend ein. Allerdings habe nur jedes siebte Versicherungsunternehmen dieses auch für die noch weitgehend unentschlossenen Technologien IoT und Blockchain für sich reklamiert.

„Es ist insgesamt positiv zu bewerten, dass der interne Ausbau über alle genannten digitalen Technologien tatsächlich voranschreitet und damit auch eine klarere Positionierung und Wettbewerbsvorteile einzelner Anbieter im Markt abzusehen sind“, konstatiert Jens-Daniel Florian, Leiter Digital Strategy & Transformation bei Marsh.

Dennoch scheinen die befragten Industrieversicherer durchaus tief in die Tasche greifen zu wollen, um verstärkt in digitale Technologien zu investieren. So wollen die Unternehmen in den kommenden zwei bis drei Jahren Beträge von jeweils unter einer bis zu 100 Mio. Euro primär in die drei erstgenannten Technologien investieren.

Insgesamt plant jedes zweite Unternehmen mehr als zehn Mio. Euro in die digitalen Technologien zu investieren. Jedes fünfte will mehr als zehn Mio. Euro für Big Data Analytics ausgeben. Für künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen möchte im Durchschnitt jeder siebte Versicherer diesen Betrag in die Hand nehmen.

Ziel der Investitionen sei es, damit die internen Abläufe im Underwriting, bei Serviceprozessen, Schadenabwicklung und der Risikobeurteilung zu verbessern. „Zwei Drittel der Industrieversicherer setzen Digitalisierung heute entweder breit ein oder fokussieren sich auf die sichere Wette, interne Optimierungen zu finden“, konstatiert Dietmar Kottmann, Partner bei Oliver Wyman.

„In der Digitalisierung der Industrieversicherung kommt es vor allem darauf an, mit Daten und analytischen Systemen schneller bessere Entscheidungen zu treffen. Und dabei haben internationale Industrieversicherer dank ihrer Größe die Nase deutlich vor den nationalen Anbietern“, ergänzt der Experte.

Autor: VW-Redaktion

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

siebzehn − dreizehn =