Floppen die Telematiktarife?

Mittlerweile hat sie gefühlt jeder Telematiktarife im Angebot. Doch der Schein trügt, erklärt Dennis Wittkamp, Senior-Analyst Assekurata Assekuranz Rating-Agentur. Auf dem Markt habe eine Konsolidierung stattgefunden. Derweil hat Finanztip untersucht, wie KFZ-Versicherer auf Vorschäden beitragstechnisch reagieren. Spoiler, sehr human.

Die Gründe für den Rückgang am Telematik-Interesse ist technisch bedingt. Grundsätzlich lasse sich sagen, dass die Hürden für die Einführung und den Erfolg von Telematiktarifen hoch sind, stellt der Analyst fest. Daher habe marktweit eine Konsolidierung stattgefunden.  Hatten 2017 noch 14 von 91 Kfz-Versicherern einen Telematiktarif im Angebot gehabt, sind es „mittlerweile laut dem Finanzportal Finanztip nur noch elf Unternehmen“, erklärt Wittkamp.

Die Käufer sind auch nur semi-begeistert, bisher gäbe es nur 200.000 Telematikpolicen marktweit, stellt Wittkamp fest. In den nächsten zehn Jahren wird sich an der Marginalität wenig ändern. Die Tarife werden in Relation zur Gesamtzahl der versicherten Risiken noch für das nächste Jahrzehnt „nicht über den Status eines Nischenangebotes hinauskommen“. Dennoch, die hohe Beliebtheit gerade bei jungen Kunden oder vermeintlich vorsichtigen Fahrern dürfte das Thema „sukzessive wachsen lassen“. Bis zum Jahr 2028 erscheint ein Bestand von marktweit über zwei Millionen Policen als „durchaus realistisch“.

Im Vergleich sehen Sie hier die Gesamtzahl der Policen.

Versicherer durchaus kulant bei Vorschäden

Wer seine Kfz-Versicherung wechseln möchte, muss Vorschäden angeben. Eine aktuelle Untersuchung von Finanztip zeigt, ein regulierter Schaden sorgt zwar für eine schlechtere Schadenfreiheitsklasse, bei den meisten Versicherern wird es beim Wechsel durch den Vorschaden aber nicht nochmals teurer. Nur einzelne Anbieter verlangen höhere Beiträge, teilweise bis zu 20 Prozent.

Der durchschnittliche Aufschlag für einen Haftpflichtschaden bei der Vorversicherung betrug in der Untersuchung knapp zwei Prozent, der bei einem regulierten Kaskoschaden lag bei unter einem Prozent. „In unserer Untersuchung verlangten die meisten Anbieter von den potenziellen Neukunden überhaupt keinen Preisaufschlag wegen eines Vorschadens“, sagt Kathrin Gotthold, Versicherungsexpertin bei Finanztip. „Nur einzelne Anbieter verlangten mehr, teilweise bis zu 20 Prozent“. Das Fazit der Expertin: „Ein Vorschaden sollte niemanden abhalten, die Kfz-Versicherung zu wechseln. Im Gegenteil: Nehmen Sie die Schadenregulierung zum Anlass, den Preis für Ihre Autoversicherung zu überprüfen.“