Aon-Geschäftsführer Kremer-Jensen: „Ökologische Transformation gelingt nur, wenn Unternehmen, Versicherer und Makler an einem Strang ziehen“

Hartmuth Kremer-Jensen. Quelle: Aon Deutschland

Wie entwickelt sich das Industrieversicherungsgeschäft in Zeiten des Ukraine-Krieges und der Inflation? Dass die harte Marktphase noch nicht vorbei ist, weiß Hartmuth Kremer-Jensen, Geschäftsführer und Chief Broking Officer für die DACH-Region bei Aon.

So spüren auch die Versicherer die Auswirkungen des Ukraine-Konflikts, weil die gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise die Schäden deutlich verteuern. Zudem habe die Kumulkontrolle der Versicherer zu starken Reduzierungen von Einzelkapazitäten und zu hohen Preisen geführt. „Im Rahmen der zurückliegenden Renewals sind größere Prämiensprünge ausgeblieben. Wir haben Analysen bei Industriekunden mit komplexen Risiken bei zunehmender Volatilität durchgeführt. So ließen sich mögliche Schwachstellen im Vorfeld ausräumen und passgenaue Versicherungslösungen einkaufen“, stellt Kremer-Jensen fest.

Zudem würden die energiepolitischen Folgen des Ukraine-Konflikts die Energiewende in Europa und in Deutschland weiter beschleunigen, heißt es in einer aktuellen Marktanalyse von Aon. Einen wichtigen Eckpfeiler, um das Netto-Null-Ziel zu erreichen, werde dabei der grüne Wasserstoff sein, der mit Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Grüner Wasserstoff kann energieintensive Industrieprozesse klimafreundlich und erneuerbare Energie grundlastfähig machen.

Doch noch fehle es an einer Infrastruktur für eine klimaneutrale Energieproduktion und -versorgung. Sowohl die Bundesregierung als auch die Europäische Kommission haben deshalb finanzielle Anreize geschaffen, um grünen Wasserstoff marktfähig zu machen, so Aon.

Unternehmen und Versicherer, die entschlossen die Energiewende mitgestalten wollen, seien gefordert, potenzielle Risiken rund um die industrielle Produktion, die Lagerung und den Transport von Wasserstoff proaktiv zu managen. „Das ist eine Herkulesaufgabe“, weiß Kremer-Jensen. „Das individuelle Underwriting von komplexen Risiken ist ein anspruchsvoller Prozess, an dem zahlreiche Fachexperten mitwirken.“

Insbesondere in Spezialbereichen, wie den Technischen Versicherungen, fehlt es aber an umfangreichem fachlichem Know-how. Denn der Fachkräftemangel macht auch vor den Versicherern nicht halt. Kremer-Jensen rechnet deshalb damit, dass der Bedarf an qualitativ hochwertiger Individualberatung überproportional ansteigen wird. „Die ökologische Transformation kann nur gelingen, wenn Unternehmen, Versicherer und Makler ihr Wissen und ihre Kräfte bündeln und an einem Strang ziehen.“

Autor: VW-Redaktion

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