Huk-Chef Heitmann: „Ich gehe davon aus, dass die Inflation in den nächsten Jahren unser Begleiter sein wird“

Klaus-Jürgen Heitmann. Quelle: HUK Coburg

Die Kfz-Wechselsaison im November 2022 war angesichts steigender Preise herausfordernd. In diesem Jahr erwarten Marktbeobachter einen intensiven Wettbewerb. Das Geschäftsvolumen der Autoversicherer in Euro weist spürbare Steigerungsraten auf, konstatiert Huk-Chef Klaus-Jürgen Heitmann.

„Die Frequenz der Schäden kehrt aber bei Weitem nicht zurück zu dem, was wir vor der Pandemie als Trend gesehen haben“, erläutert der Versicherungsmanager im Interview mit der Börsen-Zeitung.

Demnach sei man derzeit „bei knapp über 40 Unfällen pro 1.000 haftpflichtversicherten Autos. Ohne Corona hätten wir im Trend aktuell rund 45 bis 47 Unfälle. Denn die Belegschaften sind teils weiterhin zu Hause, die entsprechenden Fahrten entfallen. Übrigens: Anfang der 70er-Jahre waren es noch 150 Unfälle“, konstatiert Heitmann.

Mit dem Jahresgeschäft des letzten Jahres scheint der Huk-Vorstandschef dennoch nur bedingt zufrieden zu sein: „Aus dem Jahreswechsel 2021/2022, den wir in das Jahresergebnis 2022 herein rechnen, sind wir mit einem leichten Bestandsminus gegangen. Dieses Vorzeichen war für uns befremdlich.“ Für den aktuellen Jahreswechsel rechnet Heitmann „voraussichtlich mit einem neutralen Saldo, also plus/minus null, wobei sich die HUK 24 beim Jahreswechsel besonders dynamisch entwickelt hat.“

Allerdings seien die Durchschnittsschäden „um rund zehn Prozent gestiegen. Außerdem hat sich die Häufigkeit der Schäden um rund zehn Prozent erhöht. An diesen Werten orientieren sich die Versicherer mit ihrer Preissetzung. Ich vermute allerdings, dass im Markt nur fünf bis sechs Prozent auf die Durchschnittsbeiträge angekommen sind“, so Heitmann gegenüber der Wirtschaftszeitung.

Mit Blick auf den Gesamtkonzern geht Heitmann für das Geschäftsjahr 2022 davon aus, dass sich das „Konzernergebnis vor Steuern ausgehend von 629 Mio. Euro im Vorjahr spürbar verringern“ werde. „Das Nettoergebnis dürfte sich mehr als hal­bieren“, prognostiziert der Huk-Chef. Treiber seien „erstens eine spürbare Veränderung der Ergebnisse des Kfz-Geschäfts. Möglicherweise schreiben wir dort einen Verlust. Zweitens sinken die Ergebnisse der Kapitalanlage. Drittens gab es eine überdurchschnittliche Elementarschadenbelastung in der Sachversicherung.“

Autor: VW-Redaktion

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