Axa-Personalchefin Laudon über Automatisierung: „Einige Stellen können wegfallen“

Sirka Laudon. Quelle: Axa

Führt das Corona-bedingte Homeoffice zu einem Ende der Präsenzkultur bei den Versicherern? Und welche Herausforderungen bringen neue Player wie Amazon für die etablierten Versicherer mit sich? „Die Bedrohung des Geschäftsmodells wird bei uns nicht ganz so stark wahrgenommen, wie in anderen Branchen“, glaubt Sirka Laudon, Personalvorständin der Axa Deutschland.

Vielmehr würden Innovation „bei uns sicherlich anders definiert als bei anderen Unternehmen. Die Brüche sind hier nicht so krass wie beispielsweise in der Automobilbranche. Die Chancen liegen für uns vielmehr in der Datenverarbeitung mithilfe von KI-Anwendungen. Ich nenne Ihnen ein Beispiel: Bei 500 Millionen Datensätzen brauchten wir früher eine Stunde für die Auswertung. Heute geht das in unter drei Sekunden“, konstatiert Laudon im Interview mit dem Personalmagazin.

Allerdings würde die Automatisierung nicht zwangsläufig den Wegfall von Stellen bedeuten. „Einzelne Stellen können jedoch wegfallen. In diesen Fällen gibt es sozialverträgliche Modelle, ältere Betroffene können beispielsweise zu attraktiven Bedingungen früher aus dem Arbeitsleben austreten. Bisher ist es uns immer gelungen, durch den Strukturwandel bedingte Veränderungen organisch zu gestalten, indem wir in erster Linie Stellen nicht nachbesetzt haben“, prognostiziert die Personalchefin der Axa Deutschland.

Zudem geht Laudon nicht davon aus, dass sich die Präsenzkultur durch das Homeoffice während der Corona-Krise überlebt hat: „Wir brauchen den persönlichen Austausch. Und da kann es doch nicht sein, dass HR teilweise sagt, wir bräuchten keine Präsenzkultur mehr – es wäre doch sowieso alles gleich, die Botschaft könne so oder so überbracht werden. Als würde Kommunikation nur aus Sachinhalten bestehen. Das halte ich für falsch.“

Außerdem hält sie das Personalcontrolling bei den Versicherern für „ausgereifter als in anderen Unternehmen. Das liegt auch daran, dass wir viele Mathematiker beschäftigen. Dadurch gehört es zum Selbstverständnis meiner Vorstandskollegen, elaborierte Analysen aus HR zu erhalten. Folglich ist das Niveau unserer Analytics-Einheit auch höher als anderswo. Das kommt uns gerade beim Workforce Planning zugute.“

Autor: VW-Redaktion

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