AGI: „Von Christine Lagarde keine Ankündigung geldpolitischer Maßnahmen zu erwarten“

Franck Diximier. Quelle: AGI

Am morgigen Donnerstag kommt der EZB-Rat zu seiner ersten Sitzung mit Zinsentscheidung in diesem Jahr zusammen. Erstmals steht diese dann unter der Leitung der neuen EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Mit Überraschungen rechnet Franck Dixmier, Global Head of Fixed Income bei Allianz Global Investors, im Vorfeld der Sitzung jedoch nicht.

„Nach der Wirtschaftsschwäche im Jahr 2019 unterstützen die jüngsten Indikatoren – etwa die Einkaufsmanagerindizes – das Szenario der Zentralbank einer Rückkehr zu moderatem Wachstum. Auch wichtige Inflationsindikatoren sind leicht gestiegen: So lag die Kerninflationsrate im Dezember 2019 bei 1,3 Prozent gegenüber Vorjahr und die marktbasierten Inflationserwartungen (fünfjährige Inflationsswaps auf Sicht von fünf Jahren) lagen mit 1,33 Prozent um 0,2 Prozentpunkte über ihrem Tief vom Oktober. Darüber hinaus scheinen die geopolitischen Risiken und die Handelsspannungen nachzulassen. In diesem Umfeld gibt es keine Rechtfertigung für Maßnahmen der EZB in irgendeine Richtung“, kommentiert der Allianz-Experte.

Dies sei für Lagarde „eine ideale Ausgangssituation“, meint Dixmier weiter. „Sie erlaubt es ihr, sich zu orientieren und die geplante Strategieüberprüfung der Geldpolitik einzuleiten. Daher wird die Pressekonferenz nach der Januarsitzung nicht uninteressant sein. Denn Christine Lagarde kann den Rahmen für die Strategieüberprüfung skizzieren, wenngleich es zu früh erscheint, genaue Details zu erwarten. Im Mittelpunkt der Überprüfung dürfte die Inflation stehen.“

Außerdem gebe es auch „Fragen hinsichtlich der Wirksamkeit der Geldpolitik und ihrer Instrumente. Negative Zinssätze und EZB-Wertpapierkäufe stehen angesichts des dadurch bedingten Renditerückgangs bei beliebten Sparprodukten wie etwa Lebensversicherungen und Bankeinlagen stark in der öffentlichen Kritik; teilweise werden sie rundweg abgelehnt. In diesem Zusammenhang könnte auch das Thema ‚Helikoptergeld‘ erörtert werden“.

Autor: VW-Redaktion

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