Assekurata: PKV-Notlagentarif ist keine Dauerlösung

Quelle: Bild von Bruno Glätsch auf Pixabay

Der Notlagentarif in der PKV sorgt augenscheinlich für weitere Brisanz. Einst gedacht, um Versicherungsnehmern mit Zahlungsschwierigkeiten eine Grundversorgung zu bieten, hat dieser bislang nicht alle Probleme gelöst, konstatiert Gerhard Reichl, Senior-Analyst bei Assekurata, in einem Blogbeitrag des Unternehmens.

„Zum einen zahlen auch im Notlagentarif nicht alle Kunden ihren Beitrag, sodass Beitragsausfälle und Wertberichtigungen weiterhin an der Tagesordnung sind. Darüber hinaus verursachen Nichtzahler und die damit verbundenen Konsequenzen bei den betroffenen Gesellschaften einen nicht unerheblichen Verwaltungsaufwand und damit zusätzliche Kosten“, konstatiert Reichl.

So belaufen sich die Gesamtrückstände der Notlagentarifversicherten nach den Erkenntnissen von Assekurata allein für 2018 marktweit auf rund 400 Mio. Euro, was einem Prozent der verdienten Bruttobeiträge entsprechen würde. Damit würde der Beitragsaußenstand pro Notlagentarifversichertem bei rund 3.900 Euro betragen. „Die von Assekurata gerateten Krankenversicherungsunternehmen bewegen sich dabei in einer Spannbreite zwischen 1.500 Euro und 5.100 Euro“, so Reichl weiter.

Zudem waren nach Angaben des PKV-Verbandes Ende des vergangenen Jahres „102.200 Personen im Notlagentarif versichert (Vorjahr: 106.200). Dies ist der niedrigste Stand seit Einführung im Jahr 2013 (93.600), wobei davon auszugehen ist, dass die Unternehmen bis Ende 2013 noch nicht alle Nichtzahler in den erst ab August eingeführten Notlagentarif überführt hatten. 2014 hatte der Tarif dann mit 114.400 Personen den bis dato höchsten Bestand erreicht. Der daraufhin tendenziell sinkende Trend spiegelt auch die positive wirtschaftliche Lage in Deutschland der vergangenen Jahre wider“.

Außerdem scheint nicht jeder Krankenversicherer preisgeben zu wollen, wie viele Notlagenversicherte in den eigenen Beständen vorhanden sind. So hätten „lediglich 22 PKV-Unternehmen ihre Zahlen für das Jahr 2018 zur Verfügung gestellt, wobei diese in der Summe auf 58.209 Nichtzahler kommen. Somit entfallen auf die restlichen acht relevanten Gesellschaften (Arag, Axa, Bayerische Beamten Krankenkasse, Continentale, Gothaer, Hanse Merkur, LKH und UKV) mit 43.991 rund 43 Prozent der Notlagentarifversicherten.

Demnach entfielen im letzten Jahr im Marktdurchschnitt „auf 1.000 Vollversicherte knapp zwölf Nichtzahler. Lässt man die Beihilfeberechtigten, bei denen auf 1.000 Versicherte im Schnitt weniger als zweo2 Notlagentarifversicherte entfallen, bei der Betrachtung außen vor, kommen auf 1.000 ‚Normalversicherte‘ im Branchenmittel rund 22 Notlagentarifversicherte.“

Autor: VW-Redaktion

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