Bafin genehmigt Bestandsübertragung bei Helvetia und Baloise in Deutschland
Geschäftsgebäude der Helvetia in Bad Homburg. Bildquelle: Helvetia
Die Bafin gibt die Übertragung des Nichtlebensgeschäfts von Helvetia auf Baloise grünes Licht. Mit dem zu Monatsanfang erfolgten Schritt wurde das Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft der Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG, Direktion für Deutschland, rechtlich und organisatorisch auf die Baloise Sachversicherung AG Deutschland übertragen. Der Vorgang ist Teil einer schrittweisen Zusammenführung der Risikoträger beider Unternehmen im Nachgang ihrer Fusion.
Der Betriebsübergang umfasst neben dem bestehenden Versicherungsvertragsbestand auch Betriebsmittel, Vermögenswerte sowie die betroffenen Mitarbeiter, heißt es in einer Mitteilung. Die Baloise Sachversicherung AG Deutschland fungiert künftig als zentraler Risikoträger für das Nichtlebensgeschäft der Unternehmensgruppe in Deutschland. Das Management zielt mit der Restrukturierung auf die Bündelung des Geschäftsbestands und die Vereinheitlichung der Verwaltungs- und Betriebsprozesse ab.
Bereits in den vergangenen Monaten wurden die Vertriebs- und Produktstrukturen angepasst. Im Mai startete der Verkauf neu strukturierter Privatkundenprodukte in den Bereichen Leben und Nichtleben über den Maklerkanal. Seit Juli erfolgt der Vertrieb auch über den Exklusivvertrieb. Das Privatkundengeschäft wird dabei unter dem Markennamen Helvetia geführt.
Im Oktober folgte der Verkaufsstart für Gewerbekundenprodukte in den Sparten gewerbliche Haftpflicht und Transport. In diesen Angeboten wurden die bisherigen Produktlinien beider Versicherer zusammengeführt.
Die neu geformte Versicherungsgruppe erwirtschaftete im ersten Halbjahr ein operatives Ergebnis von 631,6 Mio. Schweizer Franken. Im Lebengeschäft erzielte Helvetia Baloise ein Geschäftsvolumen von 4,6 Mrd. Franken. Darin spiegeln sich gezeichnete Prämien von vier Mrd. Franken und Depoteinlagen von 563,7 Millionen Franken.
Das Nichtversicherungsgeschäft, welches Beiträge aus dem Bankgeschäft, dem Asset-Management und dem spanischen Fee-Geschäft zusammenfasst sowie den externen Finanzierungs- und Verwaltungsaufwand der Gruppe beinhaltet, verzeichnete ein Ergebnis von –41,3 Mio. Franken und ein IFRS-Periodenergebnis von –545,4 Mio. Franken. Der Versicherer führt die Zahlen vor allem auf fusionsbedingte Abschreibungen zurück.
Mit Blick auf die Synergien meldete die Gruppe einen rascheren Fortschritt als ursprünglich geplant. Bis Ende Juni 2026 wurden knapp 50 Prozent des angestrebten jährlichen Gesamtziels von 650 Mio. Franken auf Run-Rate-Basis gesichert. Die bisherige Prognose, bis Ende 2026 rund 50 Prozent des Ziels zu erreichen, wurde auf etwa 60 Prozent angehoben. Das langfristige Ziel von 650 Mio. Euro bleibt bestehen, heißt es aus Basel. Die bis zum Stichtag angefallenen Integrationskosten lagen bei rund 200 Mio. Franken, wobei die Gesamtkosten weiterhin im unteren Bereich der prognostizierten Bandbreite von 500 bis 600 Mio. Franken erwartet werden.
Autor: VW-Redaktion
