Helvetia Baloise hebt Synergieprognose an
Hauptsitz Helvetia Baloise in Basel. Bildquelle: Helvetia Baloise
Die neu geformte Schweizer Versicherungsgruppe Helvetia Baloise veröffentlicht ihre Finanzergebnisse für das erste Halbjahr 2026. Es sind die ersten gemeinsamen Zahlen nach der Fusion. Die Gruppe erwirtschaftete ein operatives Ergebnis von 631,6 Mio. Schweizer Franken. Mit Blick auf die Synergien meldete die Gruppe einen rascheren Fortschritt als ursprünglich geplant. Personell wird umstrukturiert.
Im Lebengeschäft erzielte die Gruppe ein Geschäftsvolumen von 4,6 Mrd. Franken. Darin spiegeln sich gezeichnete Prämien von vier Mrd. Franken und Depoteinlagen von 563,7 Millionen Franken. Die Entwicklung war geprägt von einer rückläufigen Nachfrage nach Vollversicherungslösungen im Schweizer Markt. Die Neugeschäftsmarge im Bereich Leben wird mit 4,1 Prozent angegeben, die Underlying Earnings belaufen sich auf 273,5 Mio. Franken. Im Sachgeschäft wird das Geschäftsvolumen auf 7,1 Mrd. Franken beziffert, die Underlying Earnings auf 399,4 Mio. Euro.
Das Nichtversicherungsgeschäft, welches Beiträge aus dem Bankgeschäft, dem Asset-Management und dem spanischen Fee-Geschäft zusammenfasst sowie den externen Finanzierungs- und Verwaltungsaufwand der Gruppe beinhaltet, verzeichnete ein Ergebnis von –41,3 Mio. Franken und ein IFRS-Periodenergebnis von –545,4 Mio. Franken. Der Versicherer führt die Zahlen vor allem auf fusionsbedingte Abschreibungen zurück.
Mit Blick auf die Synergien meldete die Gruppe einen rascheren Fortschritt als ursprünglich geplant. Bis Ende Juni 2026 wurden knapp 50 Prozent des angestrebten jährlichen Gesamtziels von 650 Mio. Franken auf Run-Rate-Basis gesichert. Die bisherige Prognose, bis Ende 2026 rund 50 Prozent des Ziels zu erreichen, wurde auf etwa 60 Prozent angehoben. Das langfristige Ziel von 650 Mio. Euro bleibt bestehen, heißt es aus Basel. Die bis zum Stichtag angefallenen Integrationskosten lagen bei rund 200 Mio. Franken, wobei die Gesamtkosten weiterhin im unteren Bereich der prognostizierten Bandbreite von 500 bis 600 Mio. Franken erwartet werden.
In der Schweiz ist die rechtliche Fusion der Nichtleben- und Lebensversicherungsgesellschaften sowie der Asset-Management-Einheiten unter der Marke Helvetia abgeschlossen. In Deutschland erfolgten die Verkaufsstarts über den Broker-Kanal im Mai 2026 und über gebundene Vermittler im Juli 2026. In Spanien vollzogen Caser und Helvetia Seguros die rechtliche Fusion bereits im Dezember 2025.
Mit dem Übergang in die nächste Integrationsphase kündigte die Gruppe auch eine Anpassung der Führungskultur und Organe an. Bisher getrennte Verantwortlichkeiten für Integration, Technologie, Transformation und Künstliche Intelligenz werden unter einer einheitlichen Führungsstruktur gebündelt. Zu diesem Zweck wird die neue Funktion des Chief Technology & Transformation Officer (CTTO) geschaffen. Sandra Hürlimann, bisherige CTO Schweiz, wird diese Position zum 1. Oktober übernehmen und in die Konzernleitung aufrücken.
Im Zuge dieser Umstrukturierung werden Michael Müller (Group Deputy CEO & Chief Integration Officer) und Alexander Bockelmann (Group CTO) zum 30. September aus der Konzernleitung ausscheiden.
Autor: VW-Redaktion
