BYD macht Bolttech zum bevorzugten Partner

Das Han-Modell von BYD ist eine seit 2020 gebaute Limousine der oberen Mittelklasse. Seit Ende 2022 ist das Elektroauto auf dem deutschen Markt. (Bildquelle: BYD)

Der chinesische Elektroautobauer BYD hat das Unternehmen Bolttech zu seinem bevorzugten strategischen Partner für eingebettete Versicherungen ernannt. Nachdem die Kooperation bereits im Vereinigten Königreich angelaufen ist, soll das Angebot noch in diesem Jahr auf Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien ausgebaut werden. BYD selbst steht im Autowettbewerb unter enormem Druck.

Im Rahmen die Zusammenarbeit stellt das singapurische Start-up Bolttech seine KI-gestützte Plattform zur Verfügung. Dort werden BYD-Kunden mit Kfz-Versicherungspaketen für Elektrofahrzeuge versorgt. Als Risikoträger fungiert eine Auswahl spezialisierter Versicherer. Namen werden nicht genannt.

Das digitale Versicherungsangebot wird sowohl online als auch direkt in den Autohäusern integriert, heißt es. Der Versicherungsschutz soll während des Kauf- oder Finanzierungsprozesses über die Bolttech-Plattform abgeschlossen werden können.

„Gemeinsam werden wir Versicherern reichhaltigere Fahrzeugdaten und Risikoerkenntnisse liefern, was eine präzisere Preisgestaltung und bessere Versicherungsoptionen für BYD-Fahrer ermöglicht“, erklärt Rob Schimek, Group Chief Executive Officer von Bolttech.

Die Partnerschaft beschränkt sich nicht ausschließlich auf die digitale Angebotserstellung und den Policenversand. BYD und Bolttech wollen Versicherern Zugang zu sicherheitsrelevanten Erkenntnissen und proprietären Fahrzeugdaten gewähren. Dies wiederum soll Underwriter in die Lage versetzen, Risiken präziser zu bewerten und wettbewerbsfähigere Produkte innerhalb des BYD-Ökosystems zu entwickeln.

BYD hat kürzlich die zweite Generation der „Blade Battery“ vorgestellt, eine Art Blitzladung, die zeitlich mit herkömmlichen Tankvorgängen vergleichbar ist. Die Plattform von Bolttech soll dazu beitragen, diese technischen Fortschritte in Echtzeit an die Versicherer zu kommunizieren, um eine speziell auf Elektrofahrzeuge zugeschnittene Risikoprüfung zu ermöglichen.

BYD durchläuft derzeit eine wirtschaftliche Durststrecke. Im ersten Quartal verzeichnete das Haus den größten Gewinneinbruch seit sechs Jahren. Das Nettoergebnis brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 55,4 Prozent  auf ca. 510 Millionen Euro ein. Damit beschleunigte sich der Abwärtstrend nach einem bereits schwachen vierten Quartal 2025 weiter. Auch bei den Erlösen musste das Unternehmen Federn lassen. Der Quartalsumsatz sank um 11,8 Prozent auf 150,2 Milliarden Yuan.

BYD steht in China unter enormem Druck. Einerseits forcieren heimische Konkurrenten wie Geely oder Leapmotor einen aggressiven Preiskrieg, der die Margen schrumpfen lässt. Andererseits hat das Ende staatlicher Förderprogramme die Nachfrage zum Jahresbeginn merklich gedämpft.

Autor: VW-Redaktion