37 Prozent Upside? Berenberg sieht Allianz als Top-Favoriten der Rentenreform

Oliver Bäte in Davos 2026 (Bildquelle: World Economic Forum Copyright World Economic Forum Harold Cunningham / flickr / https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de)

Die deutsche Rentenlandschaft steht vor einem Epochenwechsel – und die Allianz könnte den Jackpot knacken. Während viele Experten Neobroker als Hauptgewinner des ab 2027 startenden Altersvorsorgedepots sehen, hat Michael Huttner von der Privatbank Berenberg eine andere Rechnung aufgemacht.

Das Jahr 2027 könnte für deutsche Sparer und Anleger gleichermaßen zur Zäsur werden. Am 1. Januar fällt der Startschuss für das neue Altersvorsorgedepot – eine Reform, welche die private Rentenvorsorge radikal umgestalten soll. Während der Markt bisher vor allem agile Neobroker auf der Gewinnerseite sah, rückt nun ein Schwergewicht der Branche in den Fokus: die Allianz.

Die Privatbank Berenberg unterstreicht diese Einschätzung in einer neuen Analyse. Analyst Michael Huttner bestätigte am Dienstag seine Kaufempfehlung für den Münchener Versicherer und beließ das Kursziel bei beeindruckenden 504 Euro. Gemessen am aktuellen Kurs entspricht dies einem Aufwärtspotenzial von rund 37 Prozent. Gestern lagen die Papiere bei 367 Euro.

Huttner ist überzeugt, dass die Allianz unter den deutschen Versicherern die besten Karten hat, um von der Rentenreform zu profitieren. Die Argumente für den Optimismus sind vielfältig. Zum einen verfügt die Allianz über ein beispielloses Vertriebsnetz in Deutschland, das ihr beim Roll-out neuer Vorsorge-Produkte einen strukturellen Vorsprung verschafft. Zum anderen lenkt die Studie den Blick auf die Kostenstruktur: Während die Gebühren für Standard-Depots bei 1,0 Prozent gedeckelt werden, bleibt bei komplexeren Modellvarianten Spielraum für eine profitablere Preisgestaltung.

In der Tat baut die Allianz ihre Position als größter Lebensversicherer des Landes stetig aus. Gemäß der Bafin-Erstversicherungsstatistik des Jahres 2024 nahmen die Erstversicherer 90,400 Mrd. Euro an Bruttobeiträgen in der Leben-Sparte ein (ohne Pensions- und Sterbekassen). Auf die Allianz Lebensversicherung entfielen 23,896 Mrd. Euro an Bruttobeiträgen, was einem Marktanteil von über 25 Prozent entspricht.

Insgesamt sieht die Versicherungs- und Vermittlerbranche die Altersvorsorge-Reform kritisch. Der Fondsverband BVI kritisiert den Schritt als „international völlig unüblich“ und warnt vor einer Wettbewerbsverzerrung durch Steuergelder. Der GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen sieht einen „unauflösbaren Zielkonflikt“, wenn der Staat gleichzeitig Regulator und Anbieter ist.

Autor: VW-Redaktion

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