Talanx schließt Zukäufe in Chile, Kolumbien und Ecuador ab

HDI-Niederlassung in Hannover. Quelle: HDI

Talanx ist stark vom Industrie- und Rückversicherungsgeschäft abhängig. Der Zukauf in Südamerika von Liberty Mutual schafft mehr Zugänge zu den Privatkunden. Nun sind alle Transaktionen erfolgreich abgeschlossen. In Lateinamerika ist man damit auf Platz 2 im P&C-Geschäft gerückt.

Im Februar veröffentlichte Talanx vorläufige Zahlen zum vergangenen Geschäftsjahr 2023. Die Gewinnprognose hatte CEO Torsten Leue bereits im vergangenen Oktober von ursprünglich rund 1,4 Mrd. Euro auf „deutlich mehr als 1,5 Mrd. Euro“ nach oben geschraubt – und diese Erwartung hat sich erfüllt: 1,58 Mrd. Euro Gewinn – ein Viertel mehr als das Vorjahresergebnis von 1,17 Mrd. Euro, VWheute berichtete. Auch der Versicherungsumsatz übertraf die erwarteten 42 Mrd. Euro deutlich und liegt für 2023 bei 43,2 Mrd. Euro nach 39,7 Mrd. Euro im Vorjahr (plus neun Prozent).

Dabei machte der Konzern klar, dass aus den zugekauften Ländergesellschaften in Südamerika kein nennenswerter Beitrag zu erwarten ist. Im Umkehrschluss heißt es, dass der Umsatz von Talanx für das nächste Jahr nicht unbedingt vom Südamerika-Geschäft getragen wird, aber immerhin etwa 1,7 Mrd. Euro betragen wird.

Liberty Mutual beauftragte Anfang Januar 2023 JP Morgan Chase & Co. mit dem Verkauf des Lateinamerika-Geschäfts, weil der US-Versicherer sich von allem trennen wollte, was nicht zum Kerngeschäft gehört. Es war abzusehen, dass aus Europa große Versicherer mitreden werden. Dazu gehörten Generali oder die Zurich. Generali schnappte sich das Europa-Geschäft, Talanx erwarb durch die Tochter HDI International im Mai 2023 das Geschäft mit Privatkunden und kleinen sowie mittleren Unternehmen von Liberty Seguros in Brasilien, Chile, Kolumbien und Ecuador in Höhe von 1,48 Mrd. Dollar (1,38 Mrd. Euro). Damals wurde kommuniziert, dass Talanx in der Region zum drittgrößten Sachversicherer aufsteigt. Inzwischen erklären die Hannoveraner, dass man in Lateinamerika von Platz 3 auf Platz 2 im P&C-Geschäft aufgestiegen ist. Damit hat man wohl die Zurich und die kolumbianische Grupo Sura überholt. Auf Platz 1 befindet sich die spanische Mapfre.

Den Zukauf in Brasilien schloss Talanx im November 2023 ab. Damals hieß es: Auf Basis der Ergebnisse für das Gesamtjahr 2022 erwartet HDI eine Steigerung der gebuchten Bruttoprämien in Brasilien um mindestens 1,1 Mrd. Euro. In dem Land ist man auf Rang 2 im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft vorgerückt. Seit dem 1. März 2024 sind nun die Zukäufe in den anderen Ländern über die Bühne gegangen. HDI erreicht damit im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft Rang 1 in Chile, Rang 7 in Kolumbien und Rang 15 in Ecuador. Auf Basis der Ergebnisse für das Gesamtjahr 2022 erwartet HDI in diesen Ländern eine Steigerung der gebuchten Bruttoprämien um insgesamt mehr als 600 Mio. Euro. Zusammen mit dem im November abgeschlossenen Zukauf in Brasilien erhöhen sich die jährlichen Prämieneinnahmen damit voraussichtlich um rund 1,7 Mrd. Euro. HDI International wird die Ergebnisse der übernommenen Gesellschaften ab dem ersten Quartal 2024 konsolidieren, sobald die Transaktion abgeschlossen ist.

Autor: VW-Redaktion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

fünf × eins =