Buffett schmeißt zwei Versicherer aus seinem Portfolio und hat einen größeren Deal im Auge

Berkshire Hathaway gibt zwei unterschiedliche Aktien aus. Die B Aktien werden zu einem viel günstigeren Preis, als die A Aktien gehandelt (Bildquelle: Alpha Photos / flickr /https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/)

Apple-Aktien sind seit Ende 2018 um 367 Prozent gestiegen. Davon profitierte das von Warren Buffett geführte Konglomerat Berkshire Hathaway besonders, da es 7 Prozent am Unternehmen besaß. Im vierten Quartal machte Buffett Kasse und trennte sich von 1,1 Prozent des iPhone-Herstellers (etwa 10 Mio. Aktien), aber seine übrigen Apple-Anteile sind noch rund 167 Mrd. US-Dollar wert. Buffett ist gerade dabei, einen großen Deal zu machen. Womöglich ein Versicherer? Zwei Assekuranzhäuser sind jedenfalls aus seinem Portfolio rausgeflogen.

Mehr als 300 Mrd. Dollar ist das Aktienportfolio von Berkshire Hathaway schwer – mehr als die Hälfte davon steckt in Apple-Papieren. „Ich verstehe das iPhone zwar überhaupt nicht, aber ich verstehe das Verbrauchergeschäft“, antwortete Warren Buffett auf die Kritik, dass Berkshire Hathaway eine zu große Position an Apple halte. Diversifizieren ist eine der Grundregeln für Trader, aber Buffett hat nie etwas davon gehalten. Die Kunst des Investierens sei, das richtige Unternehmen auszuwählen und nicht blind sein Geld auf zig Unternehmen zu verteilen. Für Buffett gehe es nicht darum, welchen Anteil am Aktienpaket er habe. Er schaue eher auf Apples Anteil am Gesamtkonzern und in jedem Fall „ist Apple ein besseres Unternehmen als jedes andere, das wir besitzen“. Er würde zwar nichts vom iPhone verstehen, dafür aber umso mehr vom Verbrauchergeschäft. Und er wisse, dass die Menschen sich lieber von ihrem Zweitwagen trennen würden als von ihrem iPhone.

Experten glauben, dass Buffett nach und nach die Apple-Anteile reduzieren wird, da es zuletzt im Vergleich zu anderen Tech-Firmen nicht gut performt hat. Das Unternehmen verlor seine Krone als wertvollstes Unternehmen der USA an Microsoft. Apple sah sich mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert, darunter die behördliche Kontrolle seiner App Store-Politik, rückläufige Verkäufe in China und die Sorge der Anleger über seine Wachstumsaussichten. Mehrere Analysten haben die Aktie herabgestuft. Im aktuellen Jahr sind die Papiere bislang um vier Prozent gefallen.

Berkshire verringerte auch seine Position in HP, während es seine Beteiligungen an Chevron und Occidental Petroleum im vierten Quartal aufstockte. Berkshire gab diese Schritte am Mittwochnachmittag in einem Bericht an die Securities and Exchange Commission bekannt. Institutionelle Anleger, die mindestens 100 Millionen Dollar in US-Aktien und anderen Arten von Aktien verwalten, müssen ihre Positionen am Ende eines jeden Quartals offenlegen.

Globe Life und Markel fliegen aus dem Portfolio

Aus diesen Unterlagen geht auch hervor, dass Berkshire sich komplett von den Versicherern Markel und Globe Life trennt. Die Positionen der beiden Firmen reduzierte er bereits im dritten Quartal 2023 drastisch.

Die 1979 gegründete Globe Life war 22 Jahre im Portfolio von Buffett. Sie ist auf Leben- und Krankenzusatzversicherungen spezialisiert und wies seit Jahren gute Margen auf, bis die Pandemie hohe Sterblichkeitsraten brachte und der Niedrigzins zusätzlich eine Belastung war. Inzwischen hat sich der Wind gedreht und die Zinswende führt wieder zu steigenden Erträgen. Markel hingegen wird wie die von Buffett 2022 erworbene Alleghany oft mit einem Mini-Berkshire Hathaway verglichen, da das Unternehmen Versicherungen anbietet, aber auch in mehrere andere Geschäftsbereiche investiert. Buffett hat erst 2022 in Markel investiert und verkaufte die Position nun wieder.

An den rund zwei Prozent am Makler Aon hält Berkshire nach wie vor fest, dafür trennte man sich von den Papieren von Marsh McLennan. Im Februar 2021 erwarb Berkshire rund 4,3 Mio. Aktien von Marsh für 499 Mio. Dollar. Ein paar Monate später wurde die Position drastisch reduziert. Im 4. Quartal 2021 waren nur noch rund 405.000 Aktien mit einem Marktwert von 70,4 Mio. Dollar (62,1 Mio. Euro) in den Büchern von Berkshire. Im August 2023 wurde die Position endgültig aufgelöst.

Pralle Kriegskasse und weniger Schäden im Versicherungsgeschäft

Die Zahl der Titel in Berkshires Portfolio sank Ende 2023 auf 41 gegenüber 49 im Vorjahr, da das Unternehmen Beteiligungen an Unternehmen wie General Motors, UPS und Procter & Gamble aufgab. Trotz seines großen Aktienpakets an Apple hat Buffett noch viel Geld in der Kriegskasse für mögliche Zukäufe oder zum Aufbau neuer Positionen in bestimmten Unternehmen. Doch seit Jahren hat er keine großen Deals mehr getätigt, weil er viele Firmen für überteuert einschätzt. Berkshire beendete das dritte Quartal mit einem Rekordbestand an liquiden Mitteln in Höhe von 157,2 Mrd. US-Dollar.

Allerdings ist Buffett gerade dabei, eine Beteiligung an einem Unternehmen zu erwerben, dessen Namen er noch nicht nennen möchte. Zum zweiten Mal in Folge hat er bei der SEC einen Antrag gestellt, diese Beteiligung nicht veröffentlichen zu müssen. Dies geschieht in der Regel dann, wenn Berkshire größere Anteile erwirbt und verhindern will, dass die Bekanntgabe zu Kurssteigerungen durch Nachahmer führt. Es wäre keine Überraschung, wenn es sich hierbei um einen Versicherer handeln würde.

Besonders das für Berkshire wichtige Versicherungsgeschäft schnitt im dritten Quartal gut ab. Der Gewinn in der Sparte lag bei 2,4 Mrd. Dollar, dank relativ geringer Verluste im Zusammenhang mit großen Katastrophen wie Hurrikans. Der Autoversicherer Geico, den Buffett einst als sein „liebstes Kind“ bezeichnete, hat seine Restrukturierungsmaßnahmen hinter sich. Die Gewinne lagen dort bei 1,1 Mrd. Dollar.

Berkshires Aktien der Klassen A und B schlossen am Mittwoch beide mit Rekorden, wobei die Aktien der Klasse A zum ersten Mal über 600.000 Dollar schlossen. Die Aktien der Klasse A sind in diesem Jahr um 11 Prozent gestiegen, während die Aktien der Klasse B um 12 Prozent gestiegen sind. Berkshire-Anleger sind gespannt auf Buffetts Jahresbrief, der am 24. Februar zusammen mit dem Jahresbericht des Unternehmens veröffentlicht werden soll. Es wird Buffetts erster Brief an die Aktionäre sein, seit sein langjähriger Partner Charlie Munger am 28. November verstorben ist.

Autor: VW-Redaktion

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