W&W baut Vertrieb stark aus und macht Digitalmarke Adam Riese für die Maklerwelt schmackhaft

Jürgen Albert Junker ist seit 2017 Vorstandsvorsitzender des Finanzdienstleistungskonzerns Wüstenrot & Württembergische AG in Stuttgart. (Quelle: W&W)

Der Außendienst der beiden großen Marken Wüstenrot und Württembergische zählt aktuell nahezu 6 .000 Köpfe, mit anderen Vertriebsformen gewann man 2021 etwa 420.000 Neukunden – bis 2025 sollen jährlich 500.000 neu hinzukommen. CEO Jürgen Junker will den Vertrieb stark ausbauen und setzt dabei auf vier Säulen, die aus Generalagenturen, Ver­sicherungsmaklern, Kooperationspartnern und dem eigenen Direktvertrieb bestehen, „um die Fülle des Marktes auszuschöpfen“.

Insgesamt weist die W&W mehr als 6,5 Millionen Kunden aus. Neben dem eigenen Außendienst soll vor allem über Makler, Kooperationspartner und den Digitalvertrieb neue Kunden gewonnen werden, erklärt Jürgen Junker gegenüber der Börsen-Zeitung. Die 2017 gegründete Digitalmarke Adam Riese soll dabei weiterhin als Direktversicherer fungieren, aber die „Tür zum Maklermarkt“ öffnen. Denn die Software von Adam Riese sei derart anschlussfähig konzipiert, dass die Technik relativ einfach in die Vergleichssysteme der Makler integriert werden könne.

Junker schwärmt von den Potenzialen der Künstlichen Intelligenz, die Schadenfälle selbst anlege und nebenbei auch noch einen Betrugsversuch erkenne. Je schneller der Schaden bearbeitet sei, desto günstiger falle er aus. „Da steckt für einen Versicherer ein hohes Effizienzpotenzial drin“, macht Junker klar. Um dieses auch zu heben, entlastet KI die Sachbearbeiter, indem sie Standardvorgänge von ihnen abhält. „Auf diese Weise kann die Ressource Mensch bestmöglich für den Kunden eingesetzt werden.“

Die digitale Transformation wurde beim Konzern vor fünf Jahren eingeleitet. Hierbei liegt der Fokus auf der Erneuerung des Bestandsführungssystems der Württembergischen und einem neuen Kernbankensystem für Wüstenrot – Langfristprojekte, die als elementare Voraussetzung für die automatisierte Abwicklung von Produkten, die flexible Anbindung von Kooperationspartnern sowie die Professionalisierung der Produktentwicklung gelten.

Nachdem für Adam Riese das Bestandsführungssystem Syrius der Firma Adcubum getestet wurde, plant auch die Württembergische, ihre Bestandsführung schrittweise auf Syrius umzustellen und den bisherigen Großrechner abzulösen – ein Prozess, der allerdings noch einige Jahre in Anspruch nehmen dürfte, berichtet die Börsen-Zeitung. Bei den weiteren Digitalisierungsschritten will der Konzern nicht auf die in der Branche üblichen Systeme zurückgreifen, „sondern entwickelt zusammen mit einem Partner auch eine eigene Softwarelösung“, sagt Junker. Die IT-Investitionen schlagen konzernweit mit einem dreistelligen Millionenbetrag zu Buche.

Autor: VW-Redaktion

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