Streitpunkt Nachhaltigkeit: Hermann und Pradetto liefern sich irren Schlagabtausch auf Facebook

Klaus Herrmann, kein Freund von unnötigem Elektroschrott. Quelle: privat.

Vermittler und Comedian Klaus Hermann hat Mitteilungsbedürfnis, ein grünes Herz und eine Webcam. Auch blau direkt Geschäftsführer Oliver Pradetto nennt dieses Paket sein Eigen. Das ist gut für alle, denn aus diesen Zutaten entstand ein irrer Social-Media-Schlagabtausch, dessen Ursprung eine diskussionswürdige „Werbeaktion“ des Maklerpools ist.  Eine Vorenthaltung dieses Spektakels wäre ein Affront gegen die werte Leserschaft.

Blau direkt hat an ausgewählte Adressenten in unbekannter Größenordnung einen Brief inklusive „Einwegbildschirm“ versendet. Das stieß dem empfangenden Klaus Hermann sauer auf, der wiederholt durch ein grünes Bewusstsein und entsprechende Aktionen auffällig geworden ist. „Ihr habt komplett auf Umwelt- und Nachhaltigkeit gesch**en“, poltert der Entertainer und Vermittler.

Das im Video transportierte sei „inhaltslos“ und der Einweg-Bildschirm werde spätestens nach der zweiten Sichtung weggeworfen. Dem „Technologiemarktführer“ sei ein „nachhaltiger Umgang mit Ressourcen wichtig“ (Zitat des „blau“-CEO Lars Drückhammer), das beginne aber nicht beim Recycling, sondern bereits bei der Müllvermeidung. „Habt ihr sie noch alle“, die Zusendung – inklusive handgeschriebener „hab an dich gedacht“ Notiz –  sei gelebte Verhöhnung jedes Nachhaltigkeitsbemühens. Die Aktion sei eine irreführende, langweilige und inhaltslose Postwurfsendung“, bei der die Nachhaltigkeit zum „Treppenwitz verkommt“.

Zu spät aufgehört

An dieser Stelle könnte die Geschichte enden, vielleicht wäre das Video Hermanns im Äther der Internet-Unendlichkeit verschollen. Doch Pradetto konnte und wollte das Gesagte nicht so stehen lassen, weswegen er in der Kommentarspalte zum Hermann-Video selbst ein Video-Filmchen postete.

Es handle sich beim Inhalt um einen „fast vollwertigen Tablet-PC“, und keinen Elektroschrott. Dieser Punkt wäre möglicherweise an den Blau-Chef gegangen, auch wenn ein Kommentator der Posse zu Recht fragte, „warum man eigene Inhalte auf ein fremd-gelabeltes Medium aufspielen sollte.“

Trotz nettem Lächeln änderte sich der Ton des Videos zunehmend ins Dunkle und vor allem Falsche. Das Geschenk hätte Hermann in seiner Rolle als „Regionaldirektor von der Fonds Finanz“ bekommen, die sich mit so einer Technologie „vielleicht auch gar nicht auskennt“.

Diesen „Interessenskonflikt“ hätte er offen legen sollen, lautete der Rat an Hermann, wenn man der „Konkurrenz eins auswischen möchte“. Auch an dieser Stelle brach der Nettigkeitsreigen nicht ab. Die Reise Hermanns nach Panama habe „mehr CO₂ verbraucht als die Produktion der Tablets“. Würde „jeder Deutsche nach statt Mallorca nach Panama fliegen, wäre vom Regenwald bald nichts mehr übrig“. Mit der Umwelt müsse man sorgsam umgehen, aber noch „sorgsamer mit fahrlässigen Moralisierungen“.

Oliver Pradetto in seinem Antwortvideo. Quelle: Facebook.

Es wirkt wie ein gelungener Konter, doch Hermann war und ist nicht beim Konkurrenten Fonds Finanz angestellt. „Gebietsleiter bei Fonds Finanz bin ich nie gewesen. Die Ökobilanz meiner Panama-Reise ist öffentlich“, antwortet Hermann. Circa 114 Euro zur Kompensation hätten laut Atmosfair gereicht. In Projekte zur Aufforstung sind ca. 60.000 € investiert worden. Ein „deutlich fünfstelliger Betrag“ von mir selbst.

Der Konter Pradettos hat sich zum Bumerang gewandelt, was auch die Kommentatoren der kleinen Schlammschlacht so sahen.

Manchmal ist weniger (Antwort) einfach mehr.

Autor: Maximilian

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