Talanx leidet trotz Milliardengewinn unter Naturkatastrophen
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Konzernsitz der Talanx. Quelle: Talanx

Die Talanx hat wie erwartet erstmals die Gewinnmarke von einer Milliarde Euro geknackt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr verbuchte der Versicherungskonzern einen Überschuss von 1.011 Mio. Euro (2020: 648 Mio. Euro) – einem Plus von mehr als 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allerdings erreichte auch die Schadenbelastung durch Naturkatastrophen einen neuen historischen Höchststand.

Die Überschwemmungen in Westeuropa durch Sturmtief „Bernd“ sowie Hurrikan „Ida“ in Nordamerika verursachten über die Hälfte der Großschäden aus Naturkatastrophen in Höhe von 1.261 Mio. Euro und verursachten damit das höchste Schadenvolumen durch Naturkatastrophen in der Unternehmensgeschichte der Talanx Gruppe. Zudem verursachte die Corona-Pandemie durch Übersterblichkeit vor allem in der Personen-Rückversicherung für Belastungen von 122 Mio. Euro (2020: 486 Mio. Euro). Daneben entfielen im letzten Jahr 484 Mio. Euro auf Man-made-Schäden. Die Schaden-Kostenquote sank gegenüber 2020 dennoch deutlich auf von 97,7 Prozent (2020: 101,0 Prozent).

Die gebuchten Bruttoprämien stiegen 2021 zweistellig um 10,7 Prozent auf 45,5 Mrd. Euro (2020: 41,1 Mrd. Euro). Davon entfielen auf den Geschäftsbereich Industrieversicherung insgesamt 7,6 Mrd. Euro (2020: 6,7 Mrd. Euro), einem Plus von 13,7 Prozent. Allerdings verursachte Sturmtief „Bernd“ in der Industriesparte insgesamt 681 Schäden, für die im Durchschnitt etwa 450.000 Euro je Schadenfall ausgezahlt wurden.

„Das Milliarden-Ergebnis trotz der erhöhten Schadenzahlungen an unsere Kunden verdeutlicht: Unser profitables Wachstum steht auf einem sehr soliden Fundament. Unsere Strategie und die Modernisierungsprogramme in den Geschäftsbereichen zeigen Wirkung. Dass die Erstversicherung stärker zum Konzernergebnis beiträgt, während auch die Rückversicherung wächst, verbessert die Ertragspotenziale unseres Geschäftsmodells zunehmend. Vor diesem Hintergrund können wir gestärkt in die Zukunft blicken und den neuen Herausforderungen entgegentreten, die sich bereits abzeichnen. Inflation und eine restriktivere Zinspolitik sowie geopolitische Krisen treten als neue zentrale externe Einflussfaktoren bereits hervor.“

Torsten Leue, Vorstandsvorsitzender der Talanx AG

Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland stiegen die gebuchten Beitragseinnahmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum über Markt um 5,4 Prozent auf 6,2 Mrd. Euro (2020: 5,9 Mrd. Euro). In der Lebensparte verzeichnete die Talanx ein Beitragsplus von 5,6 Prozent auf 4,6 Mrd. Euro (2020: 4,4 Mrd. Euro). Im Geschäftsbereich Rückversicherung stiegen die gebuchten Bruttoprämieneinnahmen zweistellig um 12,1 Prozent auf 27,8 Mrd. Euro ( 2020: 24,8 Mrd. Euro).

Auf der Basis der Bilanzzahlen für 2021 schlagen der Vorstand und Aufsichtsrat auf der nächsten Hauptversammlung Dividendenerhöhung auf 1,60 Euro je Aktie (2020: 1,50 Euro je Aktie) vor. Für das laufende Geschäftsjahr 2022 strebt die Talanx ein Prämienzuwachs im mittleren einstelligen Prozentsatz an. Das Konzernergebnis erwartet die Talanx-Gruppe in einer Spanne von 1.050 bis 1.150 Mio. Euro.

Autor: VW-Redaktion

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