Allianz schmiedet wohl Verkaufspläne um großes US-Lebensversicherungs-Portfolio
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Die Allianz hat ihren Markenwert um 17 Prozent gesteigert. Quelle: Allianz

Der Allianzkonzern arbeitet offenbar daran, ein großes Paket von US-Lebensversicherungspolicen zu veräußern. Der Schritt könnte mehrere Milliarden Dollar Kapital freisetzen. Umgesetzt könnten die Pläne über ein mögliches Rückversicherungsgeschäft werden.

Die Allianz will sich einem Medienbericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge von einem großen US-Lebensversicherungs-Portfolio trennen. Damit könnte das Unternehmen mehrere Milliarden Dollar Kapital freisetzen, berichtete die Agentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Europas größter Versicherer arbeite bereits mit Beratern an einer möglichen Transaktion.

Den Insidern zufolge verhandelt der größte europäische Versicherer konkret ein mögliches Rückversicherungsgeschäft für ein Portfolio mit Aktiva und Passiva in Höhe von mehreren zehn Milliarden Dollar. Der aufnehmende Rückversicherers würde dem Lebensversicherer eine feste Verzinsung garantieren, durch flexiblere Anlagemöglichkeiten jedoch eine Rendite erzielen, die über die Garantien an den Lebensversicherer hinaus ginge.

Geschäfte dieser Art sind für Versicherer durch attraktiv, da sie ihnen helfen, Risiken besser zu managen. Auch in den USA suchen traditionelle Lebensversicherer nach neuen Lösungen für ihre Versicherungsbestände. Bekannte Namen wie Apollo, KKR, Blackstone und Carlyle  gelten als Interessenten. Sie versuchen Vermögenswerte anzuhäufen, die einen stetigen Gebührenstrom liefern können.

Die Überlegungen seien noch im Gange, und die Details der möglichen Transaktion könnten sich noch ändern, berichten die mit dem Fall vertrauten Personen.

Im Juli stimmte mit der AIG zuletzt ein Big Player zu, einen Anteil an seinem Lebensversicherungs- und Altersvorsorgegeschäft an Blackstone zu verkaufen, das auch einige der Vermögenswerte der Einheit verwalten wird. Der US-Versicherer Prudential Financial Inc. gab letzte Woche bekannt, dass er eine Rentenversicherungstochter für 1,5 Milliarden Dollar an die von Carlyle unterstützte Fortitude Group Holdings LLC verkaufen wird.

In Deutschland hatte die Allianz die Abgabe von Lebensversicherungspolicen bislang immer ausgeschlossen. Auch soll der Deal nichts mit dem Hedgefonds-Streits zu tun haben.

Autor: VW-Redaktion