Uniqa schreibt Gewinn und will Stellen streichen

Der Uniqa-Tower in Wien. Quelle: Uniqa

Die Uniqa hat in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres trotz Corona deutlich besser abgeschnitten als erwartet. Wie der österreichische Versicherer mitteilt, lagen die Bruttoprämien gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,1 Prozent niedriger bei 4,1 Mrd. Euro. Der Gewinn vor Steuern sank leicht um 0,4 Prozent auf 213,8 Mio. Euro (VJ: 214,7 Mio.).

Allein in der Schaden- und Unfallsparte stiegen die Beitragseinnahmen um 1,0 Prozent auf 2,224 Mio. Euro Die Combined Ratio liegt unverändert bei 95,9 Prozent. In der Krankenversicherung stiegen die verrechneten Prämien im Berichtszeitraum um 3,2 Prozent auf 882,8 Mio. Euro. Demgegenüber sanken die Beiträge in der Lebensparte um 5,3 Prozent auf 983,8 Mio. Euro, was die Uniqa vor allem mit der geringen Nachfrage durch die anhaltenden Niedrigzinsen begründet.

Wegen der anhaltend hohen Unsicherheiten hinsichtlich der gesamtwirtschaftlichen und finanziellen Entwicklungen will die Uniqa aktuell keine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2020 abgeben. Allerdings plant der Versicherer im kommenden Jahr mit einem Prämienwachstum von rund drei Prozent. Zudem sollen die Aktionäre für 2021 wieder eine Dividende erhalten. Für das laufende Geschäftsjahr 2020 wurde diese hingegen gestrichen.

Gleichzeitig dreht der Versicherungskonzern an der Kostenschraube und will den kommenden Jahren rund 600 Stellen abbauen. Der Großteil der Jobs soll Unternehmensangaben zufolge am Heimatmarkt Österreich wegfallen, wo auch ein Drittel der Standorte geschlossen werden sollen. Für dies Restrukturierungsmaßnahmen hat der Versicherer im vierten Quartal 2020 eine einmalige Rückstellung über 110 Mio. Euro bereitgestellt. Derzeit beschäftigt die Uniqa allein in Österreich rund 6.000 Mitarbeiter.

“Der Abbau betrifft alle Bereiche von der Zentrale bis zu den Landesdirektionen zwischen Burgenland bis nach Vorarlberg. Wir müssen investieren und dafür müssen wir die Kosten für den laufenden Betrieb reduzieren.”

Andreas Brandstetter, Vorstandsvorsitzender der Uniqa Group

Etwa 150 Stellen sollen demnach auf Abgänge entfallen, die nicht nachbesetzt werden, weitere 450 Jobs sollen gestrichen werden. Ein Sozialplan sei bereits verhandelt worden, hieß es. Neben Sachkosteneinsparungen erhofft sich die Uniqa vom Stellenabbau in Österreich vor allem eine Kostenersparnis von rund 100 Mio. Euro.

Zudem will die Uniqa in den kommenden Jahren verstärkt in die digitalen Zukunftsthemen Digitalisierung, IT und Data investieren. So strebt der Versicherer weitere Beteiligungen des Tochterunternehmens Uniqa Ventures in Insur- und Fintechs an. Außerdem will der österreichische Versicherungskonzern bis 2025 ein Portfolio von einer Milliarde Euro in nachhaltigen Investments aufbauen.

Autor: VW-Redaktion

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