Hiscox-Report: Cyberangriffe um 20 Prozent gesunken

Hacker

Quelle: Pete Linforth / Pixabay

Im vergangenen Jahr sind deutlich weniger Unternehmen Opfer eines Cyberangriffs geworden. Allerdings sind die finanziellen Schäden durch solche Attacken deutlich gestiegen. Dies geht aus dem aktuellen Cyber Readiness Report des Spezialversicherers Hiscox hervor.

Während 2019 noch 61 Prozent der befragten deutschen Firmen berichteten, Opfer eines Cyber-Zwischenfalls geworden zu sein, waren es 2020 nur noch 41 Prozent, heißt es in der aktuellen Studie. Doch müssen die betroffenen Unternehmen im Schnitt rund 51.200 Euro für die Folgen einer Attacke zahlen. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 9.000 Euro. Zudem mussten deutsche Firmen mit knapp 72.000 Euro im Schnitt eine deutlich höhere Summe begleichen und wurden darüber hinaus im internationalen Vergleich besonders häufig angegriffen, so Hiscox.

„Das gestiegene Bewusstsein für Cyber-Gefahren ist ein positives Signal: Unternehmen können so ihre Angriffsfläche reduzieren und wirksam auf Attacken reagieren. In einer Zeit, in der die Kosten nach Cyber-Angriffen oft förmlich explodieren und ein nicht zu unterschätzendes finanzielles Risiko darstellen, kommt diese Entwicklung keinen Augenblick zu früh. Schäden im Millionen-Euro-Bereich sind auch in Deutschland keine Seltenheit.“

Robert Dietrich, Managing Director Germany der Hiscox SA
Quelle: Hiscox

Über ein Viertel (26 Prozent) der befragten Unternehmen sichert sich zusätzlich durch eine eigene Cyber-Versicherung ab. Zudem planen elf Prozent der Firmen ohne Cyber-Schutz eine solche Spezialversicherung im kommenden Jahr abzuschließen (2019: 30 Prozent). Außerdem wollen 72 Prozent der befragten Firmen ihre Ausgaben für Cyber-Sicherheit im kommenden Jahr erhöhen (2019: 67 Prozent). Der Großteil des Geldes soll in die Gesamt-Cyber-Sicherheitsstrategie fließen, gefolgt von Investitionen in neue Sicherheitstechnologien und in Präventionsmaßnahmen, heißt es in dem aktuellen Report.

„Die Corona-Krise hat gezeigt, wie vielfältig die Risiken in der vernetzten Welt sind: Cyber-Kriminelle haben mit den oft weniger gut geschützten PCs der Mitarbeiter oder den Fernzugriffsmöglichkeiten auf das Unternehmensnetzwerk aus dem Home-Office neue Einfallstore gefunden. Die Sensibilisierung für Cyber-Risiken bekommt für Unternehmen bei steigender Abhängigkeit von solchen Lösungen zu Recht eine immer höhere Priorität. Cyber-Versicherungen können ein guter Baustein in einer ganzheitlichen IT-Sicherheitsstrategie sein. Vielen Firmen sind die Vorteile entsprechender Policen noch nicht bewusst, daher ist die Abdeckung noch lückenhaft. Im Gegensatz dazu sind fast alle Unternehmen gegen Feuer und Diebstahl versichert. Die Wahrscheinlichkeit, Opfer von Cyber-Kriminellen zu werden, ist laut Report jedoch fast zwanzig Mal höher.“

Ole Sieverding, Underwriting Manager Cyber der Hiscox SA

Die Daten basieren auf einer internationalen Umfrage unter 5.569 Unternehmen aus Deutschland, den USA, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Belgien, den Niederlanden und Irland.

Link: Der vollständige Report von Hiscox

Autor: VW-Redaktion

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