DFV-CEO Knoll im Gespräch: „Unser Neugeschäft erfährt wenig bis gar keinen Einbruch“

Stefan Knoll, CEO der DFV. Quelle: DFV.

DFV-Vorstandschef Stefan Knoll gilt als Mann der klaren Worte: So sieht er sein Unternehmen „in einer permanenten Vertriebsoffensive“. Das Ziel: Mehr „Sichtbarkeit im Netz“. VWheute sprach mit dem Versicherungsmanager exklusiv über die Vertriebsziele für das zweite Halbjahr 2020.

VWheute: Auf welche Produktgruppen und/oder Tarife werden Sie sich im zweiten Halbjahr vertrieblich fokussieren?

Stefan Knoll: Mit unserer 16er-Matrix und unseren vielfach ausgezeichneten Produkten setzen wir in puncto Verständlichkeit und Qualität von Versicherungsprodukten schon jetzt Maßstäbe. Um weiter so zu reüssieren wie bisher, müssen wir nun raus aus der Rolle eines Nischenanbieters. Deshalb werden wir in diesem Jahr die Voraussetzungen schaffen, um unsere Produktpalette erweitern zu können und die Deutsche Familienversicherung schrittweise zu einem Vollanbieter auszubauen.

VWheute: Mit welchen Mitteln möchten Sie den Vertrieb in Position bringen?

Stefan Knoll: Wir befinden uns in einer permanenten Vertriebsoffensive. Neben 30 Mio. Euro für unser Neugeschäft werden wir auch fünf Millionen Euro für unsere Marketingaktivitäten ausgeben. Außerdem wollen wir die Sichtbarkeit der Deutschen Familienversicherung im Netz weiter erhöhen. In dieser Kategorie liegen wir nur noch knapp unterhalb des Branchenriesen Allianz, während wir andere Unternehmen, die um ein vielfaches größer sind als wir, schon überholt haben. Innerhalb unseres Vertriebsmix aus Online, Kooperationen und Maklern wird es 2021 insofern zu leichten Verschiebungen kommen, als der Bereich Kooperationen durch die Einführung der Pflegebranchenlösung CareFlex Chemie im Sommer nächsten Jahres etwas zulegen wird.   

VWheute: Corona hat den digitalen Wandel beschleunigt. Welche Auswirkungen hat das auf ihren Vertrieb?

Stefan Knoll: Wir sind ein vollständig digitalisiertes Versicherungsunternehmen. Bereits vor der Corona-Krise war unser Vertrieb zu 80 Prozent onlinebasiert. Daher erfährt unser Neugeschäft wenig bis gar keinen Einbruch durch Corona, denn wir brauchen keine Hausbesuche und stecken auch niemanden an. Und im ersten Quartal 2020 hat unser Online-Vertrieb durch eine Steigerung um satte 27 Prozent wesentlich dazu beigetragen, dass wir unser Zwischenziel von 25.000 Neuverträgen sogar übererfüllt haben.

VWheute: Welche vertrieblichen Ziele haben Sie bis Ende 2020?

Stefan Knoll: Wir wollen auch in diesem Jahr wieder 100.000 neue Verträge generieren und liegen hier mit aktuell 45.000 Stück im Plan. Außerdem wollen wir das Bestandsvolumen um 25 bis 30 Mio. Euro steigern und die gebuchten Bruttobeiträge um mindestens 30 Prozent erhöhen, womit wir über dem Plan liegen. Zusätzlich sind wir bereits jetzt mit der Vorbereitung von CareFlex Chemie beschäftigt, da wir als Co-Konsortialführer für das Produkt und die Bestandsführung verantwortlich sind und zum 1. Januar 2021 mit den ersten Pilotbetrieben in die Umsetzung gehen wollen. Schließlich wird sich durch dieses Pioniermodell zum 1. Juli 2021 unser Prämienvolumen um 70 Mio. Euro erhöhen und wir werden mit einem Schlag rund eine halbe Million neuer Kunden hinzugewinnen.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.

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