Helvetia steigert Prämieneinnahmen und fordert Reformen in der 2. Säule des Sozialsystems

Quelle: Damian Poffert

Die Schweizer Versicherungsgruppe Helvetia ist in der beruflichen Vorsorge im vergangenen Jahr erneut gewachsen.  Während dabei die sogenannten periodischen Prämien um 2,5 Prozent auf 1,30 Mrd. Franken zulegten, stiegen die Einmaleinlagen lediglich um 0,6 Prozent auf 1,36 Mrd. Franken.

Insgesamt nahm damit das Prämienvolumen in der beruflichen Vorsorge 2019 um zwei Prozent auf 2,66 Mrd. Franken zu. Unter der beruflichen Vorsorge versteht man betriebliche Pensionskassen. Das ist die 2. Säule des Sozialsystems in der Schweiz. Sie wird im Bundesgesetz über berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) geregelt.

Die Bilanz zeige, „dass der Reformbedarf in der 2. Säule unverändert groß sei, urteilt der Versicherer. „Gerade die vergangenen Wochen verdeutlichen den Wert einer sicheren Vorsorgelösung, wie sie nur noch wenige Schweizer Versicherer in Form der Vollversicherung anbieten.“

Hohe Überschussbeteiligung

In dem der Mindestquote unterstellten Geschäft erbrachte Helvetia Leistungen zugunsten der Versicherten im Umfang von 654,2 Mio. Franken. Die Ausschüttungsquote erhöhte sich somit von 90,5 Prozent im Jahr 2018 auf 92.2 Prozent im vergangenen Jahr. Ein Teil dieses Betrags wurde zur Verstärkung der Reserven verwendet.

Im Geschäft, das der Mindestquote unterstellt ist, wurden die Guthaben des BVG-Obligatoriums mit dem vom Bundesrat (Regierung in der Schweiz) vorgegebenen Mindestzins von einem Prozent verzinst. Den überobligatorischen Guthaben wurden ebenfalls 1 Prozent gutgeschrieben.

Der Betriebsaufwand pro aktiven Versicherten konnte um 8 Prozent auf 438 Franken gesenkt werden (2018: 477). Insgesamt sank der Betriebsaufwand um  2,3 Mio. Franken (minus zwei Prozent) auf 101,1 Mio. Franken Die auf Basis der Marktwerte ermittelte Netto-Performance lag mit 5.17 Prozent auf „erfreulichem Niveau.“ Weiterhin schreibt der Versicherer aus St. Gallen: „Neben der sehr positiven Entwicklung am Aktienmarkt waren insbesondere die weiter gesunkenen Zinsen und die dadurch gestiegenen Marktwerte für Anleihen für die Verbesserung gegenüber 2018 verantwortlich.“

Auch 2019 kam es laut Helvetia wieder zu einer massiven Quersubventionierung von Erwerbstätigen zu Pensionierten. Die Umverteilung belief sich auf 185 Mio. Franken nach 166 Mio. Franken im Vorjahr. Deswegen fordert Helvetia einmal mehr, dass die Rahmenbedingungen der zweiten Säule wie Umwandlungssatz und Mindestzinssatz an die demografische Entwicklung und die extrem tiefen Zinsen angepasst werden müssen.

Donald Desax, Leiter Berufliche Vorsorge und Mitglied der Geschäftsleitung Schweiz ergänzt: „Lebensversicherer wie Helvetia übernehmen für KMU die Anlagerisiken am Kapitalmarkt in der 2. Säule. Welchen Wert solche Garantien haben können, zeigen die vergangenen Monate. Damit KMU weiterhin von einem Sorglos-Paket in Form einer Vollversicherungslösung profitieren können, bedarf es eines mehrheitsfähigen Reformvorschlags durch den Bundesrat.“

Autor: VW-Redaktion

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