Swiss Re sieht sich gut gewappnet für die Folgen des Corona-Virus

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Die Corona-Krise scheint bei der Swiss Re derzeit wohl für keine allzu großen Sorgenfalten zu sorgen: „Die finanziellen Auswirkungen sind noch ungewiss, aber wir halten sie für absolut beherrschbar. Wir sind also sehr zuversichtlich, dass wir diesen Sturm gut überstehen werden“, sagte Edi Schmid, Chief Underwriting Officer des Schweizer Rückversicherers.

Allerdings geht der Schweizer von einer steigenden Nachfrage nach Absicherung gegen Pandemie-Schäden aus. Dabei hätten die Fähigkeiten der Versicherungsbranche, ein solches Systemrisiko zu übernehmen, Grenzen: „Wir können nur in begrenztem Umfang Pandemie-Schutz bieten und es muss Lösungen geben, die auch die Unterstützung von Regierungen einschließen.“

Rückversicherer fürchtet steigende Schäden durch Wetterrisiken

Gleichzeitig rechnet Schmid in Zukunft damit, dass die „wirtschaftliche Entwicklung und die stetig zunehmende Bevölkerungskonzentration in Ballungszentren werden zusammen mit dem Klimawandel auch in Zukunft zu einem Anstieg der Schäden aus Wetterereignissen führen“ werden.

So werden laut einer aktuellen Sigma-Studie der Swiss Re extreme Wetterereignisse aufgrund der höheren Temperaturen immer wahrscheinlicher. Die Schäden entstehen vor allem durch sekundäre Naturgefahren, wie die letzten drei Jahre gezeigt haben, heißt es beim Rückversicherer.

Zwar geht das Swiss Re Institute davon aus, dass Wetterrisiken weiterhin versicherbar sind – sofern gewisse Anpassungen vorgenommen werden. Dennoch müssten sich die Versicherer auf eine dynamische Risikolandschaft einstellen, indem sie sozioökonomische Entwicklungen, neueste Forschungsergebnisse zu den Auswirkungen des Klimawandels und den Status örtlicher Risikominderungmaßahmen sorgfältig überwachen und in ihre Modellierung einfließen lassen.

„Um den versicherungsbasierten Risikotransfer als leistungsfähiges Instrument zum Aufbau von Resilienz aufrechtzuerhalten, müssen Versicherer vor Eintritt von Schadenereignissen Anpassungen vornehmen, nicht erst danach. Historische Schadenaufzeichnungen können nur bedingt zum Verständnis der heutigen sozioökonomischen Bedingungen und der Klimaveränderung beitragen und sollten daher mit Vorsicht genutzt werden. Die Berechnung von Durchschnittswerten über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten kann zu Verzerrungen bei der Risikobewertung führen“, erläutert Martin Bertogg, Head Catastrophe Perils von Swiss Re.

2019: Weniger Großschäden durch Naturkatastrophen

Dennoch sind die gesamtwirtschaftlichen Schäden aus Natur- und von Menschen verursachten Katastrophen im Jahr 2019 zurückgegangen. So beziffert der Rückversicherer diese auf 146 Mrd. US-Dollar. Damit lagen sie unter dem Vorjahreswert von 176 Mrd. US-Dollar und unter dem Zehnjahresdurchschnitt von 212 Mrd. US-Dollar. Die globale Versicherungsindustrie übernahm einen Schadenanteil von 60 Mrd. US-Dollar, gegenüber 93 Mrd. US-Dollar im Jahr 2018.

Von dem gesamtwirtschaftlichen Schaden des Jahres 2019 entfielen 137 Mrd. US-Dollar auf Naturkatastrophen, die restlichen neun Mrd. US-Dollar auf Man-made-Katastrophen. Bei den versicherten Schäden in Höhe von insgesamt 60 Mrd. US-Dollar waren 52 Mrd. US-Dollar auf Naturkatastrophen zurückzuführen.

Die größten Schäden für die Versicherungsindustrie entstanden 2019 in einigen dicht besiedelten und stark entwickelten Regionen Japans. Verursacht wurden sie durch den Taifun „Faxai“ im September (versicherte Schäden in Höhe von sieben Mrd. US-Dollar) und den darauffolgenden Taifun „Hagibis“ im Oktober (zusätzliche versicherte Schäden von acht Mrd. US-Dollar).

Autor: VW-Redaktion

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