Oscar-Nacht: Geliehener Schmuck, teure Versicherung

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Auf der Oscar-Gala galt es gestern aufzufallen um jeden Preis. Nicht nur mit Kleidern, sondern mit so teurem Schmuck, das die Juweliere nur für eine Nacht ausleihen – mit entsprechenden Versicherungsschutz. Das verspricht funkelnde Geschäfte für Axa, Chubb oder Lloyds of London.

Gestern zitterten die Stars mal wieder um Gold, während Versicherer um einen anderen Rohstoff bangten: Diamanten. Es handelt sich nicht um einen besonderen Handelstag an der Terminbörse, sondern um die 92. Oscar-Verleihung – der vermeintliche Glamour-Höhepunkt auf dem roten Teppich nach den Golden Globes und den Grammys in den Wochen zuvor.

Wer den Goldjungen am Ende erhiehlt, ist für die Presse mindestens genauso spannend wie das Outfit der Stars auf dem Hollywood Boulevard. Es gilt: Auffallen um jeden Preis. Gekauft sind die Kleider der Damen nur selten. Designer verleihen für Promotionszwecke ihre besten Stücke. Ebenso ist meist der Schmuck geliehen und im Wert um ein Vielfaches teurer als die eigentliche Abendrobe. Der Millionen-Klunker braucht eine entsprechende Versicherung.

„Im Durchschnitt tragen die Stars auf Award-Shows Schmuck in Wert von 200.000 bis eine Mio. Dollar. Und sie bezahlen dafür keinen Cent“, verrät Martin Katz, Juwelier aus Beverly Hills. 2019 trug Lady Gaga den berühmten Tiffany-Yellow-Diamant, einen der größten Diamanten der Welt. Das Schmuckstück hat einen Wert von 30 Mio. Dollar, aber es ist unwahrscheinlich, dass Tiffany den 1878 in Südafrika entdeckten Stein jemals verkauft. Vor Lady Gaga haben nur zwei Frauen den Diamanten in der Öffentlichkeit getragen. Die Diplomatenfrau Mary Crocker Alexander Whitehouse im Jahr 1957 und die viermalige-Oscar-Gewinnerin Audrey Hepburn 1962.

Bei der Frage, wer die Diamantenkette versichert, hüllt sich Tiffany in Schweigen. Auch die großen Versicherer wie Axa oder Chubb sind wortkarg bei dem Thema, schließlich ist Diskretion alles in diesem Geschäft. Bei Lloyds of London heißt die Sparte „Jewellers Block insurance“ und trug 2019 etwa 0,3 Prozent zum Gesamtumsatz der Versicherungsbörse ein. Diebstähle gebe es kaum, dafür sind die Sicherheitsbestimmungen schlicht zu groß. Für die Sicherheit kümmern sich die Juweliere meist selbst, aber den Versicherungsschutz muss extern eingekauft werden.„Die größte Gefahr besteht darin, wenn ein kleiner Teil des Schmucks unbemerkt herausfällt und von jemand anderen mit Füßen getreten wird, sodass dieser unauffindbar ist“, sagt Juwelier Martin Katz.

Ohne Versicherer gebe es keine großen Produktionen

Bei den gestrigen Dankesreden der Stars wurden die Leistungen der Versicherer meist vergessen. Noch bevor der erste Drehtag geplant und Kamera auf Position gebracht wurden, haben im Vorfeld Anbieter wie Hiscox, XL Catlin oder die Allianz die Regie übernommen.  Streit mit Stars, die ihre Stunts selbst ausführen möchten, ist vorprogrammiert. Das ist oft der Fall bei Tom Cruise. Als er im Rahmen der „Mission-Impossible-Reihe“ an der Außenfassade des höchsten Gebäudes der Welt, dem Burj Khalifa in Dubai, persönlich hängen wollte, sprangen einige Versicherer ab.

Gestern saß die Allianz in der erste Reihe bei den Oscars. Die Tochterfirma Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) hatte nämlich 8 Produktionen in der Kategorie „Bester Film“ versichert. Die AGCS hat über 100 Jahre Erfahrung in dem Geschäft und hat u.a. die Harry Potter-Reihe, die neuesten Marvel-Superhelden-Produktionen bis hin zu allen 25 James-Bond-Filmen versichert. Je nach Genre, versichertem Budget, Selbstbeteiligungen und anderen Risikofaktoren – können die Versicherungsprämien zwischen 0,6 Prozent und 1 Prozent des Gesamtbudgets eines Films liegen, was bei einem Film im Wert von 200 Mio. Dollar zwischen 1 und 2 Mio. Dollar betragen kann.

Die größten Risiken bei den Filmproduktionen sind laut der Deutschen FilmversicherungsGemeinschaft (DFG) Verzögerungen oder einen Drehausfall durch Krankheit oder Unfälle. Dieser recht häufig gemeldete Schadenfall kann pro nachzuholendem Drehtag auch schon mal 80.000 Euro oder mehr kosten. Ähnlich hohe Summen lösen Schäden am Datenmaterial oder dessen Verlust aus, welche in der Postproduktion entstehen.

Autor: David Gorr

Ein Kommentar

  • Dudenbeauftragter

    Audrey Hepburn hat mitnichten viermal den Oscar gewonnen, sondern war eine der wenigen Gewinnerinnen der Big 4, also Oscar, Emmy, Grammy und Toni! Soviel Fakt muss schon sein…

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