Schildknecht: „Befinden uns in einem perfekten Sturm und werden als Gewinner herausgehen“

Carsten Schildknecht, CEO Zurich Deutschland, Quelle: Zurich Deutschland

Die Zurich Gruppe Deutschland ist nicht nur umgezogen, sondern hat sich auch strategisch und operativ weiterentwickelt. Konzernchef Carsten Schildknecht hat mit VWheute über strategische Programme und Change-Bewegungen gesprochen und stellt Forderungen an die Politik.

VWheute: Wie hat sich Zurich strategisch 2019 weiterentwickelt?

Carsten Schildknecht: Die gesamte Industrie befindet sich in einem perfekten Sturm und wir haben frühzeitig reagiert und uns so positioniert, dass wir aus dieser Situation als Gewinner herausgehen werden. Unser im letzten Jahr gestartetes Strategie- und Kulturprogramm beginnt zu greifen. Wir haben unsere Top-Initiativen gestartet und profitieren spürbar von den positiven Impulsen, die beispielsweise aus der langjährigen Partnerschaft mit der Deutschen Bank und der neuen Kooperation mit Media Markt hervorgehen. Auch bei unserer Tochter DA Direkt haben wir die richtigen Weichen gestellt und konnten mit durch den Zukauf eines Start-ups in kürzester Zeit in das Geschäftsfeld der Zahnzusatzversicherung einsteigen.

VWheute: Mit welchem Gefühl gehen Sie in das nächste Jahr?

Carsten Schildknecht: Wir sind strategisch, operativ und kulturell gut vorbereitet und freuen uns auf 2020. Der kulturelle Wandel, den wir eingeleitet haben, ist überall spürbar. Dazu tragen auch unsere neuen Direktionen in Frankfurt und Köln bei. Die offene und kommunikative Gestaltung unserer neuen Büros sind Ausdruck unserer Unternehmenskultur und sie fördern den kreativen, bereichs- und hierarchieübergreifenden Austausch untereinander.

VWheute: Welche Projekte stehen an?

Carsten Schildknecht: Wir werden unsere Position im Lebensversicherungsgeschäft mit intelligenten kundenorientierten Lösungen stärken und deutlich machen, dass sich Nachhaltigkeit und Renditechancen bei nachhaltigen Anlagen keineswegs ausschließen. Darüber hinaus werden wir weiter am Auf- und Ausbau von Ökosystemen arbeiten, bei denen die individuellen Kundenwünsche besonders im Mittelpunkt stehen – egal ob für Privat-, Unternehmens- oder Industriekunden.

VWheute: Was fordern Sie mit Blick auf die Politik?

Carsten Schildknecht: Die Versicherungsbranche ist ein Rückgrat der deutschen Wirtschaft: wir helfen Risiken zu verringern oder zu vermeiden. Dafür benötigen wir ein stabiles politisches Umfeld mit verlässlicher Gesetzgebung und einem klaren wirtschaftspolitischen Profil der politisch Verantwortlichen. Nicht nur die Zinspolitik hat einen signifikanten Einfluss auf die Versicherungsindustrie. Auch die Regulierung spielt hier einen entscheidenden Faktor: IDD, Solvency II und die DSGVO sind nur einige Beispiele für rechtliche Anforderungen, mit denen die Assekuranzen in den letzten Jahren konfrontiert waren. Wichtig ist aus unserer Sicht, dass der gesetzte Regulierungsrahmen den flexiblen Spielraum für innovatives unternehmerisches Handeln nicht behindert.

VWheute: Was sind für Sie die wichtigsten Trends?

Carsten Schildknecht: Die fortschreitende Digitalisierung aller Lebensbereiche, die verschiedenen Aspekte und Herausforderungen nachhaltigen Wirtschaftens sowie der demografische Wandel sind Megatrends, die zu tief greifenden Veränderungen am Versicherungsmarkt führen. Wir bereiten uns darauf vor und begleiten diese Entwicklungen konstruktiv mit intelligenten Lösungen – sowohl im digitalen Bereich als auch im persönlichen Miteinander. Wir sehen diese Herausforderungen vorrangig als Chancen neue Wege zu gehen und Wegbereiter für andere zu sein.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Michael Stanczyk.

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