DFV bezahlt dreistelliges Wachstum mit erhöhten Vertriebsausgaben

DFV

In Frankfurt wird im ersten Halbjahr geklotzt. Die Combined Ratio der Deutschen Familienversicherung (DFV) kletterte aufgrund der erhöhten Vertriebsausgaben im ersten Halbjahr 2019 auf 110,5 Prozent, dafür stieg allerdings auch die Zahl der Neuverträge und das Prämienvolumen dreistellig.

Bereits bei der Bilanzpressekonferenz im April kündigte ein gut aufgelegter Vorstandsvorsitzender Dr. Stefan Knoll an, dass das erwartete Wachstum mit zunächst höheren Vertriebsausgaben erkauft werden wird. In der Folge würde sich das aber amortisieren. Er hat Wort gehalten, das Unternehmen ist im ersten Halbjahr enorm gewachsen.

Es konnten über 49.000 Neuverträge (+112,5 Prozent) mit einem Prämienvolumen von 16,4 Mio. EUR (+150,3 Prozent) abgeschlossen werden. Das Krankenzusatzversicherungsgeschäft wurde gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 110,2 Prozent auf 46.214 Verträge gesteigert, ebenso das Sachversicherungssparte – 157,9 Prozent auf 2.891 Verträge – getrieben vor allem durch die Tierversicherungen, die seit Mitte Mai von ProSiebenSat1 Digital vermarktet werden und ausgebaut werden sollen.

Und was bedeutet das alles?

Die DFV wächst, das kostet erst einmal Geld. Der Gesamtversicherungsbestand ist zum Ende des ersten Halbjahres 2019 um 6,6 Prozent auf rund 485.000 Verträge gesteigert worden. Gleichzeitig sank die Solvency Ratio wegen des erhöhten Kapitaleinsatzes auf 314 Prozent. Es wird in der Folge für die DFV darum gehen, die mit Provisionen und Investitionen in die Technik bezahlten Neuverträge zu halten, um die Gewinne in den folgenden Jahren abzuschöpfen. Gleichzeitig soll weiter kräftig gewachsen werden, wie der Konzern erklärt.

Bei einem Neugeschäft von voraussichtlich 100.000 Verträgen sollen die Bestandsbeiträge im Gesamtjahr 2019 auf 100 Mio. Euro steigen und die Bruttoprämien um rund 20 Prozent wachsen.

Ein Gewinn ist dennoch nicht zu erwarten. Das Ergebnis wird 2019 durch die hohen Wachstumsinvestitionen für den weiteren Ausbau des Vertragsbestands, Ausgaben für die zunehmende Digitalisierung und den Auf- und Ausbau neuer Vertriebswege beeinflusst, erklären die Frankfurter. Daher rechnet die DFV weiterhin mit einemVerlust vor Steuern zwischen neun bis elf Mio. Euro.

Der Chef ist mit dem ersten Halbjahr zufrieden: „Die Neugeschäftszahlen sprechen für sich. Unsere Vertriebs- und Marketingmaßnahmen greifen und wir sind auf dem richtigen Weg unsere gesteckten Ziele zu erreichen. Das enorme Marktpotenzial für digitale Tierversicherungen haben wir rechtzeitig erkannt und uns in diesem Markt als klarer Vorreiter positioniert. Das ist ein weiterer Beleg für die hohe Skalierbarkeit unseres Geschäftsmodells. Auch wenn die Sommermonate saisonal bedingt etwas schwächer ausfallen, stehen für die Erreichung unserer Jahresziele derzeit alle Zeichen auf Grün“, erklärt Stefan Knoll, Vorstandsvorsitzender und Gründer der DFV.

Autor: VW-Redaktion

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