BVK-Präsident Heinz: „Ich komme mir mittlerweile immer mehr so vor im BVK, als wären wir die Marktwächter. Das ist nicht unser Job“

Michael Heinz bezieht auf einer MCC-Veranstaltung unmissverständlich Stellung gegen Standardprodukte in der Altersvorsorge und die Aufweichung von Qualitätsstandards im Vertrieb. In solchen Fällen müsse beraten und dokumentiert werden. „Da geht es ja um was.“ Kritik übt der BVK-Präsident auch an einer mangelnden Durchsetzungsfähigkeit der Versicherungsbranche in politischen Gremien wie der Fokusgruppe Altersvorsorge. „Dort hat man überhaupt nicht gekämpft“, hört er von vertrauten Personen.

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Ideal-Chef Beck: Vertrieb stärker auf Babyboomer ausrichten

Der Versicherungsvertrieb sollte sich deutlich stärker auf die Zielgruppe der Babyboomer konzentrieren. Nach Einschätzung von Maximilian Beck, Vorstandsvorsitzender der Ideal Lebensversicherung, wird ein großer Prozentsatz dieser Menschen, die aktuell rund 62 Jahre alt sind, pflegebedürftig werden. Seit 1950 sei die Lebenserwartung um 20 Jahre gestiegen. Tatsächlich würde sich der Vertrieb aber immer noch auf 20- und 30-Jährige konzentrieren, monierte Beck auf einer Fachtagung. Das Problem: Bei der Wiederanlagequote kommt die Branche einfach nicht voran. Weitaus besser scheint es für die Versicherer beim Thema Embedded Insurance zu laufen, wie der PwC-Berater Albert Kolb darlegte.

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Ergo-Manager Christian Gründl: KI befördert nicht den Untergang des klassischen Versicherungsvertriebs, sondern entlastet ihn

Christian Gründl, Chef der Ergo Beratung und Vertrieb AG, glaubt nicht, dass künstliche Intelligenz (KI) eine Bedrohung für klassische Versicherungsvermittler darstellt. „Wir haben immer noch Produkte, die verkauft werden müssen und die nicht gekauft werden“, sagte Gründl auf einer Fachtagung – an dieser Prämisse ändere auch die KI nichts. Vielmehr sieht der Ergo-Manager in KI-Tools ein wichtiges Werkzeug, um Vermittler von administrativen Aufgaben zu entlasten.  

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Hielkema über Bürokratieabbau: „Wie wäre es, wenn wir die Anzahl der Arbeitsgruppen halbieren?“

Die Europäische Versicherungsaufsicht Eiopa soll gemäß ihrer Chefin Petra Hielkema nicht nur Risiken vermeiden und regulieren, sondern Innovationen fördern und Prozesse vereinfachen. Dafür sei sie zum Beispiel bereit, die Hälfte der Arbeitsgruppen aufzulösen. Es gebe eine Bereitschaft, Strukturen zu hinterfragen, Fokussierung zu erreichen und Doppelarbeiten zu vermeiden, erklärte sie auf einer MCC-Fachveranstaltung. Bezüglich der nach Umfragen ermittelten Skepsis der Verbraucher zog sie den Schluss, dass es immer noch einige Versicherer gebe, die den Ruf der gesamten Branche schädigen.

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Softwareanbieter MSG prophezeit Versicherern Vollautomatisierung ihrer Regelprozesse durch KI: „Das wird Ihr Geschäftsmodell massiv beeinflussen“

Dass der digitale Wandel die Versicherungsbranche längst erfasst hat, ist sattsam bekannt. Doch mit dem Aufkommen generativer künstlicher Intelligenz stehen die Unternehmen viel schneller als gemeinhin angenommen vor einem technologischen Paradigmenwechsel. Davon sind die Experten des Softwareanbieters MSG, Axel Kotulla und Andreas Heidl, überzeugt. Auf einer MCC-Tagung in München  ließen sie das Fachpublikum in ihr Versuchslabor schauen.  

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Cyber-Experte Erichsen: „Einen Großteil der Cyberschäden kann man verhindern, also kann man sie auch versichern“

Der zweite Tag des MCC-Events zu "Industrierisiken" widmete sich u.a. der Cyberversicherung. Dr. Harald Niggemann, Cyber Security Strategist beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, sprach über die aktuelle Gefahrenlage und das Ökosystem der Täter, die wählerischer und professioneller geworden sind. Wird mit der rasanten KI-Entwicklung noch alles schlimmer? Sven Erichsen von der Finlex GmbH sieht die Schadenseite derzeit jedoch unter Kontrolle. Mit der richtigen Prävention lasse sich jeder Angriff abwehren. Vor diesem Hintergrund wird die Cybersparte seiner Meinung nach weiter boomen.

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Ratschlag an Versicherer: „Habt keine Angst vor APIs, es ist nicht so schlimm wie ihr denkt“

Es sei schon ein Unterschied, ob ein herkömmliches Fahrzeug oder ein Elektroauto brenne. Weil sich die Industrieproduktion ändert, verschieben sich auch deren Risiken und damit auch die Schadenfrequenz, leitete HDI-Global-Manager Dirk Schilling das MCC-Event zum Thema "Industrierisiken" ein. Makler, Schadendienstleister und die versicherungsnehmenden Industrievertreter stellen sich der Digitalisierung und Dekarbonisierung, aber die Versicherer sind dabei nicht immer auf gleicher Höhe, so das Urteil der Referenten.

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