„Wir sind die letzte Generation, die eine rein menschliche Belegschaft führt“

Mit diesen Worten brachte David Stachon (Canada Life) eine InsureNXT-Podiumsdiskussion auf den Punkt. Das wahre Problem der Assekuranz ist längst nicht mehr das Gehalt oder das Homeoffice – es ist der dramatische Graben zwischen bloßem Kennzahlen-Management und echter Führung. Während die Tech-Welle rollt, fordert Dr. Arne Barinka (Rheinland Versicherung) ein radikales Umdenken beim Faktor Mensch. Und Jürgen Schmitt (Deutsche Bank) erklärt, warum ein Yoga-Instructor perfekt zur Armee passt und was Versicherer von Skill-basiertem Recruiting lernen können.

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Jobabbau wegen KI: „Am Ende ist jeder Einzelne auch selbst dafür verantwortlich, die Zeichen der Zeit zu lesen und die Umschulung anzunehmen“

Auf der InsureNXT prallten die Meinungen bezüglich des KI-bedingten Stellenabbaus ungeschminkt aufeinander. Während ver.di-Expertin Martina Grundler den Versicherern mangelnde Ehrlichkeit bei den anstehenden Entlassungen vorwirft und ein Recht auf Umschulung fordert, befürchtet Unternehmensberater Roland Grimm, dass die von den Gewerkschaften geforderten sozialen Leitplanken in einer starren, bürokratischen Überregulierung enden. Derweil sieht Getsafe-CEO Christian Wiens keine große Zukunft für Sachschadenbearbeiter und plant, das durch KI eingesparte Geld über günstigere Produkte an die Kunden weiterzugeben. Einen anderen Weg schlägt GGW-CIO Nicolas von Simson ein: Er plant keinen Personalabbau, sondern will eingesparte Kapazitäten direkt für organisches Wachstum wie Cross- und Up-Selling nutzen.

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Helvetia Baloise-CEO Rupprecht: „Größenvorteile sind in unserer Industrie enorm wichtig“

Fabian Rupprecht, Chef des Ende 2025 fusionierten Schweizer Versicherers Helvetia Baloise, hat die Branche dazu aufgerufen, stärker an ihren Strategien zu feilen. Mittelmäßige Strategien krankten oft daran, dass sie lediglich „einen Status quo beschreiben“, sagte er auf der Fachmesse InsureNXT. Anja Käfer-Rohrbach vom Branchenverband GDV warnte auf dem Kölner Podium vor den Risiken einer vollständig digitalisierten Wirtschaft, während Insurlab-Germany-Chef Peter Stockhorst ein stringenteres Change-Management in den Vorstandsetagen anmahnte: „Wir brauchen dort mehr Drive, wir brauchen mehr Mut, wir brauchen mehr Fokus.“

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Insurlab Germany: „Viele gute Ideen scheitern nicht an der Technologie, sondern tatsächlich an mangelnder Kenntnis von der realen Welt, in der sie funktionieren sollen“

Die Branche schaut heute gespannt nach Köln, wo auf der insureNXT Top-CEOs wie Klaus-Jürgen Heitmann, Norbert Rollinger oder Fabian Rupprecht über die digitale Transformation diskutieren. Im Vorfeld sprach VWheute mit den Köpfen hinter dem Innovations-Hub. Peter Stockhorst, Vorstandsvorsitzender des Insurlab Germany, und dessen Geschäftsführer Philipp Nolte erklären im Doppelinterview, was erfolgreiche Insurtechs auszeichnet, warum SaaS-Anbieter den Markt aufrollen und wie die insureNXT zum entscheidenden Taktgeber der neuen Branchenära geworden ist.

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„Skalieren lässt sich das Geschäftsmodell nur über Technik“

Wie geht es weiter in der Versicherungsbranche, wenn 40 Prozent der heutigen Makler in den nächsten zehn Jahren in Rente geht? Ein Spiegel dieser Entwicklung ist die Konsolidierungswelle im hiesigen Maklermarkt, wie sich auf der Fachmesse Insurenxt 2025 in Köln zeigte. Julie Schellack vom Makler Martens & Prahl forderte in der Debatte mit Volkswohl-Bund-Chef Gerrit Böhm und JDC-Vorstand Markus Rex, dass Versicherer ihre Daten endlich standardisieren müssen. Außerdem kritisierte sie, dass die Gesellschaften immer mehr Aufgaben an die Makler abwälzten und warnte ihre Zunft vor zu großer Naivität beim Verkauf an Konsolidierer.  

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Signal-Iduna-Vorstand Stefan Lemke im Video-Interview: „Wir müssen die Fragmentierung der Technologie reduzieren, sonst sind wir in fünf Jahren noch bei 600 Anwendungen“

Die VWheute-Redaktion holte mit Stefan Lemke einen prominenten IT-Experten in das Talkformat „VersicherungswirtschaftCLUB“. Auf der Center Stage der Insurenxt stellte sich der Signal-Iduna-Vorstand bohrenden Fragen zur Regulierung, Cloud und den Mangel an IT-Fachkräften. Daneben gab er der Redaktion ein Einzelinterview zur Bedeutung von Agilität und der Kooperation mit Insurtechs und Google. VWheute stellt die Filmaufnahmen exklusiv bereit.

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Guidewire-Manager Schoenauer „Wir treffen auf Versicherer, die eine zweistellige Anzahl von Kernsystemen haben“

Die Erneuerung der Kernsysteme entscheidend oft darüber, wie wettbewerbsfähig die Versicherer in Zukunft sein werden. Der Handlungsdruck ist groß und die Nachfrage steigt entsprechend. Guidewire liefert Kernsysteme für die Sachsparte aus und der Produktmarketing-Director René Schoenauer weiß, wie umfassend so ein Projekt ist. Gemeinsam mit Convista-Manager Moritz Finkelnburg und Thinksurance-Mitbegründer Christopher Leifeld diskutierte er im Rahmen des VersicherungswirtschaftClub auf der Insurenxt über die Kosten der Implementierung, welche Rolle dabei das Personal einnimmt und welche Vorteile kleinere Versicherer gegenüber großen Anbietern bei der digitalen Transformation haben.

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„Wenn man sich ein altes IT-System anschaut, dann ist das so weit weg von KI, als wenn man noch das Auto erfinden müsste“

Wie das klassische Geschäftsmodell Versicherung überlebensfähig bleibt, besprach VWheute-Chefredakteur Michael Stanczyk in einer Expertenrunde auf dem Branchentreff InsureNXT. Gerade im Umgang mit künstlicher Intelligenz sei der Weg „noch enorm weit“, befand Torsten Oletzky von der TH Köln. Signal-Iduna-Vorstand Stefan Lemke warb auf dem Podium dafür, agile Denkweisen stärker auch in den großen Unternehmen zu etablieren.

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Die simple Strategie von Axa-Manager Nils Reich, das Gesundheitssystem zu reformieren

AI war das dominierende Thema auf der InsureNXT. Diese habe die "Versprechungen übererfüllt", sagte Nils Reich, CEO von Axa Global Health. Man könne im Underwriting damit sehr viel anstellen. Allerdings rief er in Erinnerung, dass man als guter Versicherer die simplen Dinge nicht vergessen sollte - etwa Empathie im Schadenfall zu zeigen. Dennoch müsse die Branche sich mehr der Prävention widmen, damit es gar nicht zum Schadenfall komme, fordert Reich. Das gelte sowohl für die Cyber-Sparte, Wohngebäude als auch für das Krankengeschäft.

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Bain-Strategin Ellringmann: Versicherer müssen über den Schadenfall hinausdenken

Wann erlebt die Versicherungsbranche ihre große KI-Revolution – und ist sie darauf überhaupt schon vorbereitet? Auf dem ersten Messetag der Insurenxt in Köln diskutierte das Fachpublikum über die neuesten Trends bei KI-Technologien und die Hürden, vor denen die Versicherer im Umgang mit künstlicher Intelligenz noch stehen. Bain-Versicherungschefin Christina Ellringmann nimmt die Branche in die Pflicht, vor allem ihren Draht zu den Kunden mithilfe von KI zu verbessern.   

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Abgesang oder Aufbruch? Bestandsaufnahme der Kölner Start-up-Konferenz InsureNXT

Vorweggenommen: Professioneller und „runder“ kann man eine solche Konferenz kaum organisieren. Wunderbar dirigiert von den beiden InsurLab-Treibern Sebastian Pitzler (alt, weil zukünftig Chef des InsurLab VCs) und Anna Kessler (neu und voller sprühender Ideen) sowie von Gerald Böse auf der organisatorischen Seite von der Köln-Messe fanden sich am 26. und 27. April über 3.000 Teilnehmer des digitalen Ökosystems zusammen, um über aktuelle Trends, Tops, Flops und Strategien zu sprechen – und natürlich die dafür nötigen Beziehungen zu knüpfen. Ein Kommentar.

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Norbert Rollinger auf der InsureNXT: „Wir müssen unser Kapital effektiv einsetzen“

Zum dritten Mal treffen sich auf der InsureNXT in Köln Versicherer und Insurtechs, um die immer wieder beschworene digitale Transformation voranzubringen. Die Stimmung ist - obwohl Risikokapital angesichts höherer Zinsen teurer geworden ist - sehr entspannt. Man kennt sich. Und es gibt viele Kooperationen, die bereits erfolgreich verlaufen.

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