Allianz schnürt Versicherungspaket für britische Volkswagen-Kunden
Die Allianz startet in Großbritannien eine Kooperation mit dem VW-Finanzdienstleister Volkswagen Financial Services. Der Deal läuft seit dem 9. Juli und ist auf fünf Jahre angelegt. Die Münchener sind künftig für das Kfz-Versicherungsgeschäft des Autobauers im UK zuständig und ersetzen den bisherigen Partner Direct Line. Auf dem deutschen Markt treten Allianz und VWs Finanzdienstleister bereits seit 2013 mit dem Joint Venture Volkswagen Autoversicherung in Erscheinung.
Die Vereinbarung betrifft sämtliche Pkw-Marken des Volkswagen-Konzerns im Vereinigten Königreich. Dazu zählen die Hersteller Volkswagen, Škoda, Audi, Seat und Cupra.
Die Allianz tritt im Rahmen der Kooperation sowohl als Versicherer als auch als Verwalter der Policen auf. Ziel sei es, ein markenkonformes Kundenerlebnis beim Vertragsabschluss sowie im Schadensfall zu gewährleisten, heißt es in einer Mitteilung.
Beim Versicherungsschutz stehen Kunden zunächst zwei Versicherungsstufen zur Verfügung. Eine Basisversicherung namens „Essentials“ sowie eine erweiterte „Plus“-Version. Zudem beinhaltet das Programm eine fünftägige kostenfreie „Driveaway“-Versicherung für berechtigte Käufer eines Neu- oder Gebrauchtwagens bei einem autorisierten Händler. Solche Policen sollen den Zeitraum überbrücken, bis eine reguläre Versicherung abgeschlossen ist und werden oft umsonst angeboten.
Darüber hinaus verspricht die Allianz Änderungen am Vertrag ohne zusätzliche Verwaltungsgebühren. Über ein Online-Portal können Kunden auf Versicherungsunterlagen und -informationen zugreifen.
„Volkswagen Financial Services UK ist einer der größten und wichtigsten globalen Partner der Allianz (…)“, sagt Serge Raffard, Geschäftsführer von Allianz Personal. Man wolle Produkte und Services anbieten, „die den sich ändernden Bedürfnissen der Kunden entsprechen“.
2013 gründete die Allianz mit Volkswagen Financial Services auf dem deutschen Markt bereits das Joint Venture Volkswagen Autoversicherung AG. Das Unternehmen bietet Kfz-Versicherungen für Privatkunden an, vor allem Haftpflicht-, Teilkasko- und Vollkaskopolicen für Fahrzeuge der Marken Volkswagen Pkw, Audi, SEAT und Škoda. An der Gesellschaft hält die Allianz 51 Prozent der Stimmrechte, jedoch nur 49 Prozent der Kapitalanteile.
Mittlerweile verwaltet das Joint Venture über 500.000 Versicherungsverträge. Der Vertrieb erfolgt überwiegend über den Handel: Die Autohäuser des Volkswagen-Konzerns stellen den mit Abstand wichtigsten Vertriebskanal dar.
In der Versicherungsstruktur von Volkswagen auf dem britischen Markt stellt die Vereinbarung einen bedeutenden Wechsel dar: Seit 2018 wurden die Policen von Direct Line beziehungsweise deren Tochtergesellschaft U K Insurance Limited gezeichnet.
Die Allianz ihrerseits stärkt mit der Partnerschaft ihre Position im Premiumsegment der Autobranche. Der Versicherer ist bereits für BMW, MINI, Mercedes-Benz sowie Teile des Volvo-Geschäfts über die Tochtergesellschaft Highway Insurance Company Ltd. tätig.
Vor wenigen Wochen sorgte die britische Allianztochter für negative Schlagzeilen. Angesichts des intensiven Wettbewerbs auf dem UK-Markt plant das Haus einen umfangreichen Stellenabbau. Rund 650 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden. Betroffen seien vor allem die Bereiche Unternehmens-, Spezial- und Personenversicherungen. Die Allianz beschäftigt im Vereinigten Königreich rund 6.000 Mitarbeitende. Der Versicherer wolle schlanker und digitaler werden und habe Medienberichten zufolge ein mehrjähriges Transformationsprogramm eingeleitet. Allein im laufenden Jahr sollen 200 Mio. Pfund in die Umstrukturierung fließen.
Autor: Michael Stanczyk
