Signal Iduna holt sich erneut Axa-Expertise ins Haus

Axa-Manager Fabian Schneider. Bildquelle: Signal Iduna

Letzen Monat erst startete Stefan Lemke als IT-Vorstand bei der Signal Iduna. Die Dortmunder lotsten den Experten von der Axa zu sich. Nun wiederholt sich dieses Muster. Nach rund zehn Jahren werden Signal Iduna und Stefan Kutz Mitte nächsten Jahres getrennte Wege gehen. Der Komposit-Vorstand verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch, um sich anderen Aufgaben zu widmen. Seine Nachfolge übernimmt Fabian Schneider, Chef der Direktversicherungseinheit der Axa.

Nach zehn Jahren kehrt der gebürtige Hamburger Stefan Kutz der Signal Iduna Gruppe den Rücken. Zum 30. Juni 2024 legt der Kompositvorstand sein Mandat nieder. Es seien „spannende und intensive Jahre“ gewesen, sagt der 55-Jährige, in denen er „viel bewegen, aber auch lernen konnte“. Im Rahmen seiner Vorstandstätigkeit ab 2014 ist der Manager für die Sach-, Haftpflicht-, Unfall- und Kraftfahrtversicherung, die ausländischen Erstversicherer sowie das für konzerneigene Rückversicherungsunternehmen zuständig.

Zuvor arbeitete er ein Jahr lang als Generalbevollmächtigter für den Versicherer mit Konzernsitzen in Dortmund und Hamburg. Kutz promovierte in Betriebswirtschaftslehre und bekleidete verschiedene Führungs- und Vorstandspositionen bei Gerling und Zurich. 2014 folgte er im Signal-Iduna-Vorstand auf Dr. Klaus Sticker, der damals in den Ruhestand trat.

Ein Nachfolger für Kutz ist mit dem rund 20 Jahre jüngeren Schneider gefunden. Aktuell ist der 36-Jährige als Bereichsleiter Kfz-Versicherung bei der Axa Konzern AG in Köln tätig und dort zugleich Chef der Direkttochter Axa easy Versicherung AG.

Schneider startete nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften 2011 im Alter von 24 Jahren seine berufliche Laufbahn als Unternehmensberater bei der Boston Consulting Group, wo er sich auf die Bereiche Vertrieb, Kfz-Versicherung, Multikanalvertrieb (Agentur, Direkt, Makler), Kosten & Effizienz, Reorganisation, M&A und Themen rund um Leben-Run-offs spezialisierte. 2018 zog es den Jung-Manager zur Zurich Gruppe, wo er ein Wachstumsprogramm für den Vertrieb mit Schwerpunkt auf die Produktivitätssteigerung der Agenturen leitete.

Ein Jahr später wechselte Schneider zur Axa, zunächst als Head of Motor Retail Insurance. 2022 stieg er zum CEO der Direktversicherungseinheit Axa Easy auf. Das 2011 gegründete Unternehmen ist auf das Kraftfahrtgeschäft spezialisiert und Teil des Omnikanalkonzepts des Axa Konzerns in Deutschland. Der Fokus der Gesellschaft liegt auf der exklusiven Kundenbindung. Sie agiert im Aggregatoren-Markt, jedoch nicht im klassischen Offline-Maklervertrieb. Axa Easy erwirtschaftete im letzten Jahr im direkten inländischen Privatkundengeschäft gebuchte Beiträge in Höhe von 64,5 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es 54,3 Mio. Euro. Insgesamt musste die Gesellschaft ein negatives Geschäftsergebnis in Höhe von 410.000 Euro hinnehmen. Ein Jahr zuvor waren es 308.000 Euro. Der Fehlbetrag wurde im Rahmen des Ergebnisabführungsvertrages von der Axa Konzern AG übernommen.

Die Berufung Schneiders in den Vorstand, die in dieser Woche vom Aufsichtsrat abgesegnet wurde, ist die zweite große Wechselbewegung von Axa zur Signal Iduna. Im Mai wurde bekannt, das Stefan Lemke als IT-Vorstand von einem Unternehmen abwandert, um ins andere zu wechseln.

Signal Iduna befindet sich aktuell in einer turbulenten Phase. Kurz vor Abschluss des 2018 eingeleiteten Strategieprogramms „Vision 2023“ musste der Versicherer Kapitalaufschläge auf die Solvabilitätskapitalanforderung wegen IT-Mängeln hinnehmen. Dieser soll laut Quellen der Redaktion zwischen drei und vier Prozent betragen und tut dem Unternehmen eigentlich nicht weh, das öffentliche Naming ist die härtere Strafe. Nach einem Bericht von Platow drücken in diesem Jahr zudem die mit der Inflation gestiegenen Schadenkosten auf das Ergebnis. Statt der anvisierten 750 Mio. Euro soll das Management zum Jahresende mit einem Wert von 600 Mio. Euro rechnen.

Autor: Michael Stanczyk, Lorenz Klein

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