Einbruchsserie setzt sich fort: Erneuter Schließfach-Raub

Wertgegenstände wie Gold und Schmuck sind am besten in Schließfächern aufgehoben, sagen Experten. (Bildquelle: Degussa Goldhandel GmbH)

Nach spektakulären Einbrüchen in Banktresore verzeichnen Versicherer eine stark gestiegene Nachfrage nach Schließfach-Versicherungen. Das ist nicht unbegründet, denn offenbar war der Coup in Gelsenkirchen keine Ausnahme. Am Freitag wurden am helllichten Tag Schließfächer einer Volksbank-Filiale in Stuhr bei Bremen aufgebrochen.

In Stuhr ist es am vergangenen Freitagmittag zu einem ungewöhnlichen Bankeinbruch gekommen. Nach Angaben der Polizei nutzten die Täter die Mittagspause der Volksbank-Filiale, um über einen Lichtschacht in den Keller einzudringen. Dort brachen sie mehrere Türen auf, um an die Schließfächer zu gelangen. Die Filiale war zu diesem Zeitpunkt geschlossen. Insgesamt 14 Schließfächer wurden aufgebrochen. „Zu den Inhalten können wir nichts sagen, weil wir auch nicht wissen, was die Bankkunden dort platziert haben“, teilte ein Polizeisprecher am Samstag mit.

Der Einbruch fiel auf, als Bankmitarbeiter plötzlich über Übelkeit und Unwohlsein klagten. Ursache war offenbar eine bislang unbekannte Flüssigkeit, die die Eindringlinge im Keller versprüht hatten. Spuren dieser Substanz fanden sich unter anderem auf Türklinken. Worum es sich dabei handelt und wozu sie diente, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Vermutlich wurden die Täter bei der Tat gestört, da eine Mitarbeiterin nach ihrer Pause in den Keller gegangen ist. Dort bemerkte sie einen beißenden Geruch und geöffnete Türen. Daraufhin sei ihr sofort unwohl geworden.

Nachdem die ersten Symptome auftraten, alarmierten Kollegen umgehend den Rettungsdienst und räumten das Gebäude. Erst später stellte sich heraus, dass der Auslöser für das Unwohlsein die versprühte Flüssigkeit war. Die Gemeindefeuerwehr sperrte den Bereich rund um die Filiale großzügig ab; auch ein ABC-Zug kam zum Einsatz, wie die Kreiszeitung berichtete. Messungen der Feuerwehr ergaben jedoch keine erhöhten Werte. Zwei Mitarbeitende wurden vom Rettungsdienst untersucht, blieben aber unverletzt.

Die betroffene Filiale liegt an einer belebten Straße nahe dem Rathaus der Kleinstadt. Ob Überwachungskameras in oder an dem Gebäude Aufschluss über die Täter geben könnten, ist derzeit unklar. Die Täter sollen möglicherweise zu dritt gewesen sein. Zeugen berichteten demnach von drei Verdächtigen in blauen Overalls. Sie sollen mit einem schwarzen Auto geflüchtet sein. Laut Polizei handelt es sich um eine kleinere Bankfiliale, die zur Tatzeit wegen der Mittagspause geschlossen war. „So viel Zeit können die Täter nicht gehabt haben“, sagte der Polizeisprecher.

Der Einbruch bei Bremen folgt nur einige Wochen nach dem Coup in der Sparkasse in Gelsenkirchen Ende 2025. Die Täter gingen extrem methodisch vor. Sie drangen nicht über die Haupteingänge ein, sondern verschafften sich Zugang zu einem angrenzenden Raum oder Keller. Von dort aus bohrten sie ein massives Loch durch die dicke Stahlbetonwand (oder den Boden) direkt in den Tresorraum, wo sie 3.200 Schließfächer aufbrachen. Anwälte sprechen von einem Schaden von über 300 Mio. Euro, VWheute berichtete.

Autor: VW-Redaktion

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