Russische Versicherer drängen auf indischen Markt
Bildquelle: Iren auf Pixabay
Drei weitere russische Versicherer, darunter eine Tochtergesellschaft der Sberbank, haben bei der indischen Regierung Anträge gestellt, um Seetransportversicherungen für Öltransporte in indische Häfen anzubieten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Ziel ist es, die russischen Öllieferungen trotz der anhaltenden westlichen Sanktionen aufrechtzuerhalten.
Indien hat bereits fünf russische Versicherer zugelassen. Diese Anbieter agieren außerhalb der International Group of P&I Clubs, die global für die Absicherung von Haftpflichtansprüchen im maritimen Bereich – etwa bei Umweltschäden oder Personenschäden – zuständig ist. Russland versucht mit eigenen Versicherungsstrukturen, die Lücken zu schließen, die durch den Ausschluss aus westlichen Märkten entstanden sind, heißt es im Bericht.
Die Ausweitung russischer Versicherungspräsenz in Indien fällt in eine Phase zunehmender Kontrolle durch die USA und der EU über Moskaus Energieexporte. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Einhaltung der G7-Preisobergrenze sowie die Nutzung westlicher Transport- und Versicherungsdienstleister.
Trotz geopolitischer Spannungen bleibt Russland auch im Geschäftsjahr 2024/25 der wichtigste Rohöllieferant Indiens. Das Land profitiert von den im Vergleich günstigen russischen Lieferkonditionen.
Laut Reuters prüfen die zuständigen indischen Behörden derzeit Anträge der Sberbank Insurance, der Ugoria Insurance Group sowie der ASTK Insurance Company auf eine Zulassung als P&I-Versicherer. Alle drei Unternehmen erfüllten die formalen Zulassungskriterien, heißt es. Die endgültige Entscheidung liegt beim indischen Schifffahrtsministerium.
Mit der potenziellen Zulassung würde sich die Zahl der in Indien operierenden russischen Versicherungsanbieter auf acht erhöhen. Zuletzt hatte im Januar Soglasie Insurance die Genehmigung erhalten. Andere zugelassene Unternehmen wie Alfastrakhovanie, Sogaz und Ingosstrakh stehen jedoch unter US-Sanktionen, während VSK Insurance auf der britischen Sanktionsliste geführt wird.
Autor: VW-Redaktion
