Kunstraub im Grünen Gewölbe landet vor Gericht

Der spektakuläre Kunstraub von Dresden im November 2019 wird nun juristisch aufgearbeitet. Quelle: Bild von analogicus auf Pixabay

Der Kunstraub im Grünen Gewölbe in Dresden wird nun juristisch aufgearbeitet. Am 28. Januar 2022 sollen sich nach Angaben des Landgerichts Dresden sechs Männer für den spektakulären Einbruch verantworten. Ihnen wird organisierter Raubüberfall und Brandstiftung vorgeworfen. Das Verfahren soll bis Ende März dauern.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern vor, am 25. November 2019 insgesamt 21 Schmuckstücke mit mehr als 4.300 Diamanten mit einem Gesamtversicherungswert von mindestens 113,8 Mio. Euro (etwa 129 Mio. US-Dollar) gestohlen zu haben. Angeblich haben die Täter die Stromzufuhr zum Grünen Gewölbe lahmgelegt, indem sie einen Stromkasten unter einer Brücke in Brand steckten. Im Anschluss seien mehrere Täter durch ein Eckfenster in die Kunstsammlungen eingestiegen, in der sich große Teile des Wettiner-Schatzes befinden.

Das klingt eher wie der Einbruch in eine Gartenlaube als in ein hochgesichertes Museum. Falls der Tatverlauf sich so abspielte, muss die Frage erlaubt sein, ob die Sicherung der Räume ausreichend gewesen war. Laut einem Polizeisprecher ist eine Tatortgruppe vor Ort, die Täter sind auf der Flucht.

Als Schatz der Sachsen oder Wettiner Schatz wird der im Oktober 1996 von Hanno Vollsack und Claudia Marschner hinter Schloss Moritzburg entdeckte Schatz der Wettiner bezeichnet. Die Sammlung war kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs von den drei Enkeln des letzten Königs im Moritzburger Wald vergraben worden, damit diese nicht der Roten Armee in die Hände fällt. Das gelang nur teilweise, denn die Sowjets brachten den eingeweihten Forstmeister zum Reden. Den Großteil des millionenschweren Schatzes ließen die Nachfahren der Wettiner versteigern.

Das Grüne Gewölbe ist eines der ältesten Museen der Welt. Es wurde 1723 gegründet und beherbergt die Schatzkammer Augusts des Starken von Sachsen mit rund 4.000 Objekten aus Gold, Edelsteinen und anderen Materialien.

Autor: VW-Redaktion

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