Milliardenschaden? Einbruch ins Grüne Gewölbe in Dresden

Grünes Gewölbe in Dresden. Quelle: picture-alliance/dpa

Dreiste Diebe haben sich Zutritt zur Schatzkammer im Dresdner Schloss verschafft. Der Einbruch hatte den historischen Teil der wertvollen Sammlung als Ziel. Ob die Generali, die aktuell ihren Kunstversicherer startet, bei dem Gedanken an einen solchen Schaden wackelige Knie bekommt? Versicherer müssten sich eventuell auf Erpressungen in dem Fall einstellen, warnt ein Experte.

Die Schadenhöhe des Einbruchs ist ebenso unklar wie der Tathergang. Eigentlich gelten die Räume des Museum als streng gesichert. Die Bild sprach, in ihrer stets zurückhaltenden Berichterstattung, von einem „Milliardenschaden“.  Es soll historischer Schmuck, Diamanten und Edelsteine gestohlen worden sein. Nachvollziehbarerweise ließen die Diebe Gemälde und ähnlich Sperriges liegen.

Eher Gartenlaube statt Museum

Angeblich haben die Täter die Stromzufuhr zum Grünen Gewölbe lahmgelegt, indem sie einen Stromkasten unter einer Brücke in Brand steckten. Im Anschluss seien mehrere Täter durch ein Eckfenster in die Kunstsammlungen eingestiegen, in der sich große Teile des Wettiner-Schatzes befinden.

Das klingt eher wie der Einbruch in eine Gartenlaube als in ein hochgesichertes Museum. Falls der Tatverlauf sich so abspielte, muss die Frage erlaubt sein, ob die Sicherung der Räume ausreichend gewesen war. Laut einem Polizeisprecher ist eine Tatortgruppe vor Ort, die Täter sind auf der Flucht-

Als Schatz der Sachsen oder Wettiner Schatz wird der im Oktober 1996 von Hanno Vollsack und Claudia Marschner hinter Schloss Moritzburg entdeckte Schatz der Wettiner bezeichnet. Die Sammlung war kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs von den drei Enkeln des letzten Königs im Moritzburger Wald vergraben worden, damit diese nicht der Roten Armee in die Hände fällt. Das gelang nur teilweise, denn die Sowjets brachten den eingeweihten Forstmeister zum Reden. Den Großteil des millionenschweren Schatzes ließen die Nachfahren der Wettiner versteigern.

Quelle: Statista

Erpressen von Versicherern

Der Versicherungs-Detektiv Arthur Brand warnt die/den Versicherer, dass sich diese auf Erpressungen einstellen müssen. „Sobald die Diebe merken, dass sie keinen Käufer finden, suchen sie nach Alternativen. Sie erpressen dann zum Beispiel die Versicherung.“ Allerdings wären diese Kunstdiebe „vergleichsweise einfach“ zu überführen, erklärte er gegenüber Spiegel Online.

Viel schlimmer wären professionelle Räuber, die das Gold und das Silber umschmelzen oder die Diamanten herausarbeiten und separat verkaufen. Es gäbe immer eine Chance, dass man Diebesgut auch nach langer Zeit wiederentdeckt, beruhigt Brand, sagt aber auch: „Bei professionellen Diebe mit der Absicht, die Kunstwerke einzuschmelzen, kann man nur auf einen schnellen Ermittlungserfolg hoffen.“

Profis würden Sicherheitstechnik von Museen als sportliche Herausforderung betrachten. „Je komplizierter der Raub ist, desto mehr Befriedigung gibt es ihnen.“

Autor: VW-Redaktion

Ein Kommentar

  • Der „Experte“ sollte wissen, dass die Inhalte des Grünen Gewölbes nicht versichert sind. Der einzige, der da „erpresst“ werden könnte, wäre der Freistaat Sachsen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

vierzehn − fünf =