Ohio National, Zurich und Principal Financial drohen Chile mit Klage

Die chilenische Hauptstadt Santiago de Chile. Quelle: Bild von falco auf Pixabay

Lebensversicherer könnten den chilenischen Staat vor internationalen Gerichten verklagen, falls das Land einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der es den Menschen ermöglicht, vorzeitige Rentenzahlungen zu verlangen. Neben Ohio National haben Zurich sowie die Principal Financial Group formelle Konsultationen mit dem Land aufgenommen.

Der Gesetzgeber hat den Chilenen nicht nur erlaubt, ihre individuellen Rentenkonten anzuzapfen, sondern auch von den Versicherern zu verlangen, dass sie ihnen zehn Prozent der Gelder auszahlen, die sie zum Zeitpunkt des Kaufs der Rentenversicherung eingezahlt haben, berichtet Bloomberg. Die Obergrenze soll bei etwa 5.500 Dollar liegen.

Bislang haben die Chilenen fast 50 Mrd. Dollar an Rentengeldern entnommen, während die Versicherer mehr als eine Milliarde Dollar aus den Rentenkonten auszahlen mussten. Im Gegensatz zu Pensionsfonds, die getrennte Einzelkonten führen, aus denen sie Vermögenswerte verkaufen, um Geld zu beschaffen, mussten die Lebensversicherer Wertpapiere aus ihren eigenen Bilanzen verkaufen, um zu zahlen.

Experten zufolge erhöhe dies die Liquiditätsrisiken für die Unternehmen. Eine Gesetzesvorlage, die derzeit den Kongress durchläuft, wird eine weitere Runde von Vorauszahlungen ermöglichen. Aufsichtsbehörden zufolge hätten dann sieben lokale Versicherer nicht genug Mittel.

Die Entwicklungen sind nicht ganz neu. Schon im August reagierte der Versichererverband GFIA wütend und forderte das Financial Stability Board (FSB) auf, den Staat zur Ordnung zu rufen.

Autor: VW-Redaktion

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