PKV: Warum Deutschland trotz überdurchschnittlich hoher Risikoprävalenz gut durch die Coronakrise kommt

Das deutsche Gesundheitssystem kommt bislang vergleichsweise gut durch die Coronakrise. Bild von Markus Distelrath auf Pixabay

Wie haben sich bislang die europäischen Gesundheitssysteme bei der Bewältigung der Corona-Pandemie eigentlich geschlagen? Dieser Frage ist das Wissenschaftliche Institut der Privaten Krankenversicherung (WIP) nachgegangen. Eines der Ergebnisse: Deutschland ist bislang gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Im Ländervergleich verzeichnete Deutschland die drittniedrigsten Infektionszahlen und die fünftniedrigsten Todesfälle.

Die Ergebnisse seien bemerkenswert, weil Deutschland mit der zweitältesten Bevölkerung in Europa eine überdurchschnittlich hohe Risikoprävalenz aufweise, sagte Institutsleiter Frank Wild.

Vor allem Länder mit einem hohen Anteil an ambulant versorgten COVID-19-Patienten wie Dänemark, die Niederlande und Deutschland verzeichneten deutlich weniger Todesfälle. Die neuen Zahlen stützen eine These des WIP vom Juli 2020, wonach ein leistungsfähiges Netz von Arztpraxen dabei helfen kann, schwerwiegende Infektionen in Krankenhäusern zu vermeiden.

Zudem profitierte Deutschland in den Hochzeiten der zweiten und dritten Welle von der europaweit höchsten Zahl an Intensivbetten. Während deren Zahl zur Versorgung von COVID-19-Patienten hierzulande in der Regel ausgereicht habe, mussten in einigen Ländern zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden.  

Besser als in anderen Ländern habe laut Studie hierzulande auch der Schutz von Bewohnern und Pflegekräften in den stationären Pflegeeinrichtungen funktioniert. Pflegeheime zählten in allen europäischen Ländern zu den Infektions-Hotspots. Der Anteil stationär Pflegebedürftiger an den gesamten COVID-19-Todesfällen lag zum Beispiel in Belgien, den Niederlanden und Irland bei über 50 Prozent. In Deutschland entfielen im selben Zeitraum 28 Prozent der Covid-19-Sterbefälle auf Pflegeeinrichtungen.

Autor: VW-Redaktion