DRV-Präsidentin Gundula Roßbach: „Wir sehen keinen Rentenwahlkampf“

Gundula Roßbach. Quelle: brs

Die Bundesvertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund, die 60 Versicherten- und Arbeitgebervertreter umfasst, hat gestern mit großer Genugtuung den Bericht des Vorstands entgegengenommen, dass sich die Rentenversicherung auch in Zeiten der Corona-Pandemie als verlässlich erwiesen hat.

Die Rentenversicherung habe sich in dem außergewöhnlichen Jahr 2020 als robust erwiesen und die Beitragseinnahmen seien sogar um 0,9 Prozent gestiegen, erklärte die amtierende Vorsitzende des Bundesvorstandes, Anja Piel, in der virtuellen Konferenz. Mit Beitragszuwächsen in diesem Jahr um 1,9 Prozent deute sich eine Normalisierung der Entwicklung an.

Piel versicherte, dass die von der Bundesregierung bis 2025 vorgegebenen Haltelinien beim Rentenniveau (48 Prozent) und beim Beitragssatz (20 Prozent) eingehalten werden könnten, ohne dass der Bund finanziell helfen müsse oder die Beitragszahler zusätzlich in Anspruch genommen werden müssten. „Das Vertrauen in die Deutsche Rentenversicherung ist wichtiger denn je“, sagte Piel, die für den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) aktuell den Vorsitz innehat.

Rente ist kein Wahlkampfthema

Corona, Schulden und Klima überragen den jetzt in Gang gekommenen Bundestagswahlkampf. „Wir sehen keinen Rentenwahlkampf“, sagte die Präsidentin der Rentenversicherung Gundula Roßbach. Und auch der alternierende Vorsitzende des Bundesvorstands, Alexander Gunkel (Arbeitgeber), wies darauf hin, dass sich die Rentenversicherung in der Krise als stabil erwiesen habe und der Beitragssatz stabil geblieben sei. „Es gibt keine Beunruhigung“, sagte Gunkel.

Der Politikwissenschaftler Professor Karl-Rudolf Korte hatte mit Blick auf den bevorstehenden Wahlentscheid darauf hingewiesen, dass im September eine „geimpfte Republik“ an die Wahlurne treten werde. Und im Gegensatz zur Ära Helmut Kohl (CDU) gebe es nach ähnlich langer Regierungszeit bei Angela Merkel (CDU) keine Wechselstimmung. Allerdings gebe es damit auch keine Titelverteidigerin. „Das Virus bestimmt das Thema“, Rente sei kein Streitpunkt, erklärte Korte.

Autor: Manfred Brüss

10 Kommentare

  • Oh, das erlebe ich aber anders. Gerade die zusätzliche private Altersvorsorge und zusätzliche Ideen zur Mütterrente werden auch in diesem Wahlkampf natürlich intensiv erörtert…

  • Mich würde interessieren, was aus dem Vorschlag von Frau Roßbach geworden ist, die Hinzuverdienstgrenze für vorgezogene Altersrenten auch nach 2021 dauerhaft hochzusetzen. Könnten Sie bitte hierzu etwas sagen, ich denke das interessiert mehrere Personen. Vielen Dank.

  • Guten Tag, Frau Gundula Roßbach,

    mich würde interessieren, was aus dem Soli geworden ist?? Ich habe nichts davon gemerkt, dass dieser weggefallen ist!!!
    Mich würde auch interessieren, wie sich das Verhält, dass ich NUR immer die Westrente erhalte, obwohl ich bis zum 31 Lebensjahr im Osten gewohnt und gearbeitet habe????Seit meinem 16.Lebensjahr, ganztags
    Mir die Rente aber, als ich auf Rente ging in OST und WEST berechnet wurde!!!!!
    Ebenfalls würde mich interessieren, warum Sie immer meine Pensionsrente mit anrechnen, zu meiner gesetzlichen Rente. Ich hätte dass damals nicht gebraucht, aber es sollte für meine Altersrente dazu sein, damit es mir einmal besser geht. Das geht keinem etwas an!!
    Warum müssen wir, als Rentner immer bezahlen, denken Sie ,wir benötigen kein Geld mehr???
    Warum bekommen keine Rentner einen Corona Bonus, warum Hartz4 Empfänger und Sozial Schwache??? Denken Sie, für uns Rentner wird es nicht auch teurer???Werden immer die Leute belohnt, die Nie, oder wenig gearbeitet haben???
    Ist das Ihre Gerechtigkeit?????
    Warum sollen nur Pendler die Spritpreissenkung erfahren, wenn diese dann einmal kommen sollte, so wie Abschaffung des Solis, und nicht Rentner, die auf dem Land Wohnen, und auf ein Auto angewiesen sind. Dürfen diese Menschen NICHT mehr am Leben Teilhaben????
    Bei uns fährt noch nicht einmal ein Bus zum Entfernten Bahnhof Brand ( Niederlausitz), sollen wir Rentner auf Landstraße Laufen, da es nicht einmal einen Fussweg dorthin gibt.??? Ist das Ihre NEUE Politik??
    Ich glaube, es müsste von Euch einemal besser im Kopf bedacht werden!!!

  • Norbert Rastetter

    Frau Roßbach,
    Sie sind nicht dafür dass die Rentner die 300.- Euro bekommen?
    Ihre Aussage“es gibt ja eine üppige Rentenerhöhung“
    Was ist das für eine dreiste Aussage gegenüber den Rentnern.
    Ihre Parteigenossen und auch Sie bekommen ja die 300.- zu ihren monatlich
    8000.- Euro und Urlaubsgeld und 13 Monatsgehalt.
    Von welchen abgehobenen Politikern werden wir regiert und hoffe, dass dieser Spuck bald ein Ende
    hat.

  • Sehr geehrte Frau Roßbach,

    mit Ihrer Negierung einer Entlastung für Rentner, bezogen auf die geplante Energiepauschale, verteidigen Sie eine der größten sozialen Ungerechtigkeiten der jüngsten politischen Entscheidungen.

    Ihnen ist natürlich bekannt, dass sich die Rentenanpassung an der durchschnittlichen Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer vom jeweils vorvergangenen zum vergangenen Kalenderjahr orientiert. Es handelt sich bei der diesjährigen relativ hohen Anpassung also nicht um ein Geschenk an die RentnerInnen, sondern um eine jährliche gesetzlich geregelte Praxis entsprechend einer kaum nachvollziehbaren Formel.

    Sie haben vollkommen Recht, dass die hohen Preissteigerungen mit der aktuellen Rentenanpassung abgefedert aber eben auch bei weitem nicht annähernd ausgeglichen werden. Hier soll es für Teile der Bevölkerung (etwa 2/3 der Bevölkerung) eine vom Staat beschlossene Entlastung in Höhe von 300,00 € geben, nicht jedoch für das verbleibende Drittel, hier u.a. RentnerInnen und StudentInnen.

    Ihr Hinweis auf mögliche bessere Zuverdienst Möglichkeiten von RentnerInnen kann ich nur als zynisch verstehen. Nicht umsonst ist der Bezug von Renten für ArbeitnehmerInnen eingeführt worden, damit diese im Alter oder nach Erwerbsminderung abgesichert sind.
    Dank der Rentenreform von 1957 wurden die Renten vom „Zubrot“ zu einem echten Lohnersatz. Renten dürfen nicht wieder zum „Zubrot“ werden und es darf nicht immer häufiger notwendig sein, dass erst mit einem Zuverdienst ein menschenwürdiges Leben in der Gesellschaft möglich ist.

    Zuverdienst um Heizen und Kochen zu können, Zuverdienst um am sozialen und kulturellen Leben teilhaben zu können, Zuverdienst um im Supermarkt einkaufen zu können und nicht bei der Tafel anzustehen? Dies wäre ein Rückschritt um Jahrzehnte, den Sie mit Ihren Äußerungen befeuern.

    Mit freundlichen Grüßen
    Th. Hübner

  • Christine Lindemann

    Frau Gundula Roßbach,

    Sie sollten sich schämen…pfui Teufel!

  • Sehr geehrte Frau Präsidentin Roßbach,
    Ich kann mich nur den Meinungen von Norbert Rastetter und Th Hübner anschließen.
    Es ist ein leichtes mit Ihrem Bezügen,die mehrfach über die Rente eines Durchschnittsrentner liegt,
    hochtrabend zu reden.Ich würde mich freuen wenn Sie ein Jahr damit leben müssten.Da würden Sie sich wunder wieviel Monat ohne Geld noch übrig ist.
    Aber warum sollten Sie einen anderen Standpunkt als alle Politiker vertreten.

    Mit freundlichen Grüßen Klaus Lebe

  • Die Diäten wurden in diesem Jahr wieder um 300€ erhöht. Gehaltserhöhungen plus zusätzliche Einmalzahlungen in den Betrieben werden außer achten gelassen es wird nur auf die Rentenerhöhung geguckt. Das,was ich mehr an Rente bekomme, geht sofort auf die stark erhöhte Nebenkostenabrechnung. Monatlich würde ich dadurch vom Vermieter hochgestuft. Ab August habe ich dadurch weniger Rente,trotz Rentenerhöhung. Was für erbärmliche Ansichten kann man denn in ihrem Job haben. Und kommen sie uns nicht mit Tankrabatt oder 9€ Ticket. Aus gesundheitlichen Gründen darf ich kein Auto fahren. Und von den günstigen Ticket für nur 3 Monate,bekomme ich meinen Kühlschrank auch nicht voll.ich bin in EU Rente,werde also bestraft,dass ich aus gesundheitlichen gar nicht mehr arbeiten gehen kann. Diskriminierenden geht es ja kaum. Und die normalen Rentner,die über Jahrzehnte das Land mit aufgebaut haben, werden vergessen. Einfach nur beschämend hoffe,sie können nachts nicht mehr schlafen

  • Norbert Rastetter

    Frau Roßbach Sie sehen keine Notwendigkeit den Rentner die 300.- Euro auch zu geben.
    Was seid Ihr Politiker für ein abgehobener arroganter haufen.
    Von der Rentenerhöhung geht erstmals Krankenkasse Beiträge ab. Dann haben wir ca.8% Inflation, ich vermute wesentlich höher, bei den Politikern wird gelogen dass Sich die Balken biegen oder sie vergessen alles.
    Außerdem kommen noch durch inkompetenz der Politik sehr hohe Energie Kosten auf die Rentner zu.
    Und Sie behaupten es besteht für 300.- Euro keine Notwendigkeit.
    Was sind die Politiker inzwischen abgehoben.

  • Margit Deutschbein

    Sehr geehrte Frau Roßbach, ich habe gerade Ihre Äußerung zur Energiepauschale gelesen. Ich muss mich sehr wundern. Sie reden von hoher Rentenerhöhung?! Stimmt soweit, aber?! Die Inflation ist sehr hoch und nicht genug, die Gasabschläge sind bei mir zu 100% gestiegen. Meine Rentenerhöhung reicht nicht, den monatlichen Abschlag Gas zu begleichen. Für Wohngeld habe ich eine zu hohe Rente. Das heißt nicht, dass ich reich bin. Urlaub ke ne ich schon seit Jahren nicht. Ich bin Schwerbehindert und habe trotzdem 45 Arbeitsjahre. Und das ist der Dank. Ich bitte einfach darum bevor man alle Rentner für reich erklärt, würde ich mich informieren. Mit Ihrem Gehalt kann ich auch große Töne spucken. Ich ärgere mich einfach, wie unsere Politiker diskutieren.
    Mit freundlichen Grüßen
    Margit Deutschbein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

19 − 10 =