Schadenfall DFB: D&O-Versicherer müssen wohl nicht leisten

Ist der DFB ein Steuerbetrüger? Bild von Elionas2 auf Pixabay

Spätestens seit dem Skandal um die WM-Vergabe 2006 ist das Image des DFB angeschlagen. Doch ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich gänzlich ungeniert. Jetzt wird dem DFB Steuerhinterziehung vorgeworfen und es geht um einige Millionen. Die Staatsanwaltschaft hat Nägeln mit Köpfen gemacht und Hausdurchsuchungen vorgenommen.

Die Einnahmen aus der Bandenwerbung bei Länderspielen in den Jahren 2014 und 2015 wurden „bewusst nicht richtig angegeben“, lautet der Vorwurf. Der DFB sei damit einer Besteuerung in Höhe von etwa 4,7 Millionen Euro entgangen, woraus der Verdachts der „besonders schweren Steuerhinterziehung“ der Staatsanwaltschaft Frankfurt resultiert, meldet die Tagesschau. Die Behörden haben Räume und Wohnungen von DFB-Verantwortlichen durchsucht. An den Maßnahmen in Hessen, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz waren insgesamt rund 200 Beamte beteiligt.

Sechs Verdächtige

„Die wegen des Verdachts der fremdnützigen Hinterziehung von Körperschafts- und Gewerbesteuern in besonders schweren Fällen geführten Ermittlungen richten sich gegen sechs ehemalige bzw. gegenwärtige Verantwortliche des DFB“, erklärte die Staatsanwaltschaft.

„Nach den bisherigen Ermittlungen besteht der Verdacht, dass die Beschuldigten von dieser steuerlichen Unrichtigkeit wussten, sie aber bewusst wählten, um dem DFB hierdurch einen Steuervorteil von großem Ausmaß zu ermöglichen“, erklärte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen in einer Pressemitteilung. Wenn das stimmt, wäre es ein Steuerbetrug und kein D&O-Fall, denn Vorsatz ist in der Versicherungswelt ausgeschlossen. Die Prüfung des Vorwurfs ist allerdings sehr wohl Aufgabe einer entsprechenden Versicherung. Dass alleine durch die Abwehr falscher Ansprüche immense Kosten entstehen können, war kürzlich ein Thema im großen D&O-SCHLAGLICHT.

Der DFB und die Vermarktungs-Agentur Infront hatten kürzlich ihre Kooperation nach fast 40 Jahren „einvernehmlich beendet“. Vor der Beendigung waren Vorwürfe gegen Infront aufgekommen. Diese wurden von Unternehmensseite zurückgewiesen und die Kündigung durch den DFB zunächst nicht anerkannt.

Autor: VW-Redaktion 

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