Clark: Deutsche spüren wegen Corona wieder existenzielle Sorgen

Quelle: Bild von ambermb auf Pixabay

Mit der Corona-Pandemie machen sich bei den Bundesbürgern wieder verstärkt existenzielle Ängste breit. Laut einer aktuellen Yougov-Umfrage im Auftrag von Clark geben 60 Prozent der 1.021 Befragten an, dass sich ihr Risikoempfinden aufgrund der Corona-Pandemie verändert hat. Mehr als jeder zweite Bundesbürger rechnet auch damit, dass Infektionsrisiken unser Leben in den nächsten Jahren verstärkt mitbestimmen werden.

Zudem geben 63 Prozent der befragten Deutschen an, dass der wirtschaftliche Abschwung anhält, verbunden mit dem Risiko von Arbeitslosigkeit. Auch ein wachsendes gesellschaftliches Ungleichgewicht (53 Prozent), politische Unsicherheit (39 Prozent) und steigende Kriminalität (37 Prozent) gehören zu den allgemeinen Risiken, mit denen die Deutschen 2020 sowie in den nächsten Jahren rechnen.

Allerdings sorgt dies laut Clark-Umfrage nicht dafür, dass die Deutschen sich automatisch besser absichern wollen. Durchschnittlich geben 18 Prozent der Studienteilnehmer an, sich nicht gegen die abgefragten Risiken schützen zu wollen. Bei den über 55-Jährigen ist es sogar fast jeder Vierte (24 Prozent).

“Risiken, die Einfluss auf nationaler Ebene haben, erscheinen vielen Menschen erst einmal zu abstrakt, um sich davor individuell schützen zu können. Aber natürlich gibt es auch Möglichkeiten, um sich persönlich beispielsweise gegen verschiedene Symptome einer steigenden Kriminalität über eine Hausrat- oder Rechtsschutzversicherung abzusichern”, konstatieren die Versicherungsexperten von Clark.

Immerhin: 77 Prozent der Deutschen glauben laut aktuellem ZDF-Politbarometer, dass es in nächster Zeit eine zweite Infektionswelle geben wird. Nur 20 Prozent der 1.249 Befragten ab 18 Jahren sind nicht dieser Ansicht. Mit den steigenden Fallzahlen fürchtet das Robert Koch Institut (RKI) eine Trendumkehr in Deutschland. Ein Grund dafür sei Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln.

Quelle: Statista

So verwundert es auch nicht, dass laut einer Analyse des Beratungsunternehmens Kantar mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Verbraucher sind nach wie vor über die Pandemie besorgt. Nur ein Viertel der Verbraucher auf der ganzen Welt sagt, dass sie zum gewohnten Konsumverhalten zurückkehren, sobald staatliche Beschränkungen aufgehoben werden. Knapp die Hälfte (46 Prozent) gibt als Grund dafür Sorgen um die eigene Sicherheit oder die ihrer Angehörigen an. In diesen Zeiten wird derjenige erfolgreich sein, der die Konsumenten in ihrem jeweiligen Krisenzustand abholt.

“Die Verbraucher sind vorsichtiger, als es die Nachrichten vermuten lassen oder es der Politik lieb ist. Es besteht nach wie vor echte Besorgnis darüber (69 Prozent der Verbraucher), wie sicher es ist, sich wieder im Alltag zu bewegen. Die Eindämmung der Pandemie ist der Schlüssel zur wirtschaftlichen Erholung. Dies liegt zunächst in der Verantwortung der Regierungen. Aber auch Marken können eine bedeutsame Rolle einnehmen, wenn es darum geht, Verbraucher in eine ‘neue Normalität’ zu führen. Die Art und Weise der Ansprache ist dabei entscheidend und sollte sich an den aufgezeigten Krisentypen orientieren. Mit sicheren Angeboten, der richtigen Tonalität und passgenauen Inhalten werden Unternehmen einen erfolgreichen Beitrag zur wirtschaftlichen Erholung leisten können.”

Rosie Hawkins, Chief Innovation Officer bei Kantar

Dabei identifiziert Kantar derzeit sechs Krisentypen:

  • Die Vogelstrauße (zwölf Prozent der Verbraucher) verdrängen die Krise trotz der Beeinträchtigungen: “Ich verstehe einfach nicht, was die Aufregung soll. Und es interessiert mich auch nicht wirklich.”
  • Die Que Seras (22 Prozent) nehmen die Krise wahr, empfinden sie aber nicht als dramatisch: “Was auch immer sein wird, wird sein…Ich denke, all die Regeln sind ein bisschen übertrieben.”
  • Die Winterschläfer (zwölf Prozent) spüren die Krise und versuchen sie abwartend durchzustehen: “Ich akzeptiere die Situation und benötige keine ständige Aktualisierung der Informationen.”
  • Die guten Bürger (22 Prozent) nehmen die Krise ernst und handeln umsichtig und planvoll: “Ich möchte informiert werden und denke, wir sollten uns alle an die Regeln halten.”
  • Die verzweifelten Träumer (18 Prozent) sind trotz hohen Leidensdrucks zuversichtlich: “Ich mache mir wirklich Sorgen um meine gesundheitliche und finanzielle Situation, glaube aber, dass sich die Lage bessern wird.”
  • Die Sorgenkinder (13 Prozent) sind hart getroffen und haben wenig Hoffnung auf eine rasche Besserung: “Das ist wirklich beängstigend für mich, ich wünschte, die Regierung würde mehr tun.”

Dennoch hält eine deutliche Mehrheit der Deutschen laut Vodafone Institut das Krisenmanagement der Bundesregierung im Zusammenhang mit COVID-19 für effektiv. Auf einer Skala von 1 (“völlig ineffektiv”) bis 10 (“sehr effektiv”) erhielt die deutsche Regierung einen Wert von 6,7. Damit liegt Deutschland leicht über dem Schnitt (6,4) der befragten Europäer.

Die besten Zeugnisse bekommen die Regierungen in Irland und Griechenland (je 7,4). Eher weniger gut werden die Anstrengungen in Frankreich (5) und Spanien (5) bewertet. Die bisherigen Maßnahmen auf EU-Level werden als weniger effektiv wahrgenommen. Diese erreichen in Deutschland nur eine 5,3 (Schnitt: 5,2).

Autor: VW-Redaktion

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