Weinstein-Vergleich geplatzt: Auf Versicherer könnten höhere Entschädigungen zukommen

Quelle: Rubenstein, photographer Martyna Borkowski / Flickr / https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/

Die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft hatte 2018 gegen Harvey Weinstein, dessen Bruder sowie die Produktionsfirma Klage eingereicht. Anfang Juli wurde von einer Einigung gesprochen, die Vergleichssumme von 18,87 Mio. Dollar stand im Raum – für jede Frau waren zwischen 7.500 und 750.000 Dollar geplant. Einige Opfer lehnten das Angebot indes ab und nun lässt auch ein Richter den Deal platzen.

Am ersten Juli Juli wurde verkündet, dass sich der wegen unzähliger Sexualverbrechen verurteilte frühere Hollywood-Produzent mit einigen seiner mutmaßlichen Opfer auf Vergleichszahlungen geeinigt habe. Die Anwälte anderer Frauen, die gegen Weinstein vor Gericht zogen, betitelten die Zahlungen hingegen als „zutiefst ungerecht“, als „kompletten Ausverkauf“ und als „Verrat an den Weinstein-Überlebenden“. Sie begründeten ihre Meinung damit, dass Harvey Weinstein mit dem Millionen-Deal „keinerlei Verantwortung für seine Taten“ trage und nur seine Versicherung für die Entschädigung aufkomme, nicht er selbst.

Die Vereinbarung konnte noch platzen, da sie noch von zwei Gerichten bestätigt werden muss. Und so ist es nun auch geschehen. Der Richter stellte übereinstimmenden Medienberichten zufolge bei einer Anhörung infrage, dass die Klägerinnen in einem Vergleich zusammengefasst werden könnten. Auch zweifelte er insgesamt die Fairness des Deals an. Es sei „anstößig“, dass von dem Geld auch Anwaltskosten von Weinstein und seiner Partner in Millionenhöhe bezahlt werden sollten.

Nun könnte es dazu kommen, dass die Versicherung eine höhere Entschädigungssumme auszahlen muss oder das Weinstein selbst die Kosten übernehmen muss. Weinstein selbst sitzt derzeit eine 23-jährige Gefängnisstrafe wegen Vergewaltigung und schwerer sexueller Nötigung ab, zu der er im März verurteilt worden war.

Autor: VW-Redaktion

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