Risikoreport: Branchenführer warnen vor weiterer Pandemie und Protektionismus

Quelle: Bild von Tumisu auf Pixabay

Die Folgen der Corona-Pandemie machen den Risikofachleuten zunehmend zu schaffen. So könnten wirtschaftliche Not und soziale Unzufriedenheit in den nächsten 18 Monaten zunehmen, falls die Staats- und Regierungschefs, Unternehmen und politischen Entscheidungsträger der Welt nicht zusammenarbeiten, um die Folgen der Pandemie zu bewältigen.

Demnach bestehe bei einem Neustart der Volkswirtschaften die Möglichkeit, mehr gesellschaftliche Gleichheit und Nachhaltigkeit in den Aufschwung einzubetten, was eine neue Ära des Wohlstands einleiten würde. Dies geht aus einem aktuellen Risiko-Report von Marsh & McLennan sowie Zurich Insurance Group hervor.

So fordern die Risikoexperten die Staats- und Regierungschefs dazu auf, jetzt gegen eine Vielzahl künftiger systemischer Schocks wie die Klimakrise, geopolitische Turbulenzen, zunehmende Ungleichheit, Belastungen der psychischen Gesundheit der Menschen, Lücken in der Kontrolle von Technologien und weiterhin belasteten Gesundheitssystemen vorzugehen.

Mit der zunehmenden Digitalisierung fürchtet die Hälfte der Befragten Cyberangriffe und Datenbetrug, während der Zusammenbruch von IT-Infrastruktur und -Netzwerken ebenfalls zu den Hauptsorgen zählt. Geopolitische Störungen und strengere Beschränkungen des Personen- und Warenverkehrs stehen dabei laut Report weit oben auf der Liste der Besorgnisse.

Zudem werde die Pandemie lang anhaltende Auswirkungen haben, da die hohe Arbeitslosigkeit das Konsumentenvertrauen, soziale Ungleichheiten und das Wohlbefinden beeinträchtigt und die Wirksamkeit der Sozialschutzsysteme infrage stellt. Angesichts des erheblichen Drucks auf den Arbeitsmarkt und die Bildung – mehr als 1,6 Milliarden Schüler und Studenten haben während der Pandemie den Unterricht verpasst – sei man der Gefahr einer weiteren verlorenen Generation ausgesetzt.

„Covid-19 hat gezeigt, dass es entscheidend ist, existenzielle Risiken im Fokus zu behalten. Der Klimawandel ist eines davon. Während wir unsere Volkswirtschaften wieder hochfahren, zeigen Veränderungen in den Arbeitsweisen und in der Haltung gegenüber dem Reisen, dem Pendeln und dem Konsum neue Wege auf, um eine kohlenstoffärmere und nachhaltigere Zukunft zu erreichen“, kommentiert Peter Giger, Risikovorstand der Zurich Insurance Group.

„Schon vor der Covid-19-Krise sahen sich die Organisationen mit einer hochkomplexen und vernetzten globalen Risikolandschaft konfrontiert. Von Cyber-Bedrohungen bis hin zu Lieferketten und dem Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden werden Unternehmen nun viele der Strukturen, auf die sie sich früher verließen, neu überdenken. Um die Voraussetzungen für eine schnellere Erholung und eine widerstandsfähigere Zukunft zu schaffen, müssen Regierungen und die Privatwirtschaft effektiver zusammenarbeiten. Neben größeren Investitionen zur Verbesserung der Gesundheitssysteme, der Infrastruktur und der Technologie muss eines der Ergebnisse dieser Krise sein, dass die Gesellschaften widerstandsfähiger werden und in der Lage sind, künftige Pandemien und andere größere Schocks zu überstehen“, ergänzt John Doyle, President and CEO von Marsh.

Autor: VW-Redaktion

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