Wer zahlt die Schäden der 500-Kilo-Bombe in Stahnsdorf?

Die Boeing B-17 Flying Fortress ist ein schwerer Bomber/Horizontalbomber der Boeing Airplane Company. Er ist der bekannteste Bomber der US-Luftstreitkräfte im Zweiten Weltkrieg und war dafür bekannt, trotz schwerer Schäden noch flugfähig zu sein. Bild von Siggy Nowak auf Pixabay

Im zweiten Weltkrieg fielen unzählige Bomben auf das heutige Deutschland. Es ist daher nicht verwunderlich, dass auch rund 80 Jahre nach dem Krieg noch Blindgänger gefunden werden, wie aktuell in Stahnsdorf. Manchmal müssen diese unter Inkaufnahme von Schäden gesprengt werden, doch für die Schäden will oft niemand aufkommen.

Einige Städte wie Berlin, Hamburg oder Köln waren Ziel starker Angriffe im Zweiten Weltkrieg, weswegen sich dort und im Einzugsgebiet oft noch Blindgänger im Boden befinden. So auch in Stahnsdorf, an der südwestlichen Stadtgrenze Berlins.

Eine 500 Kilogramm schwere Weltkriegs-Bombe wurde bei Bauarbeiten gefunden, konnte nicht geborgen werden und musste letztlich gesprengt werden.Zwei Einfamilienhäuser sind durch die Detonation dermaßen beschädigt worden, dass sie auch weiterhin nicht bewohnbar sind, erklärt Bernd Albers, Bürgermeister der Gemeinde. Andere Häuser wurden ebenfalls beschädigt, hauptsächlich die Fenster. „Die Versicherung hat sehr schnell reagiert und ist bereits vor Ort, um den Schaden zu prüfen“, sagt Albers.

Wer muss zahlen?

Doch ob die Versicherung zahlen wird, ist alles andere als sicher. In den Musterbedingungen des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) heißt es: „Nicht versichert sind Schäden durch Krieg, kriegsähnliche Ereignisse, Bürgerkrieg, Revolution, Rebellion oder Aufstand. Das gilt ohne Berücksichtigung mitwirkender Ursachen. „Die Bedingungen für die Versicherer nicht bindend, oft leisten Versicherer bei dieser Art Schäden.

Vielleicht muss am Ende aber auch kein Versicherer für den Schaden aufkommen, sondern das bauverantwortliche Unternehmen.

Bei den Arbeiten, offenbar vom Projektentwickler Bonava in Auftrag gegeben, hätte ein Kampfmittelexperte dabei sein müssen, was offenbar nicht der Fall war, wie die Märkische Allgemeine berichtet. Das Unternehmen habe einen Subunternehmer beauftragt, nun wird über die Verantwortlichkeit gestritten.

Die Potsdamer Nachrichten berichtet mit Bezug auf eine Quelle, dass Bonava „keine sogenannte Munitionsfreigabe bescheinigt bekommen habe“. Das ist ein Gutachten, das ein Gebiet bezüglich Munition und Bomben als frei kennzeichnet und in gefährdeten Regionen vor dem Bau eingeholt werden muss.

Es bleibt also spannend im 500-Kilo-Bombenkrimi in Brandenburg.

Mehr zum Thema erfahren Sie auch im Magazin Versicherungsrecht 2020, Heft 3, 136-145 im Beitrag „Haftung und Versicherung bei Schäden durch Bombenfunde“ von Julian Raab.

Autor: VW-Redaktion

Ein Kommentar

  • Hubert Gierhartz

    Die Schäden, verursacht durch Blindgänger, bieten durchaus Versicherer im Rahmen der Wohngebäude-
    und Hausratversicherung mit an. Diese Anbieter müssen noch nicht einmal teurer sein, als Anbieter die dieses Risiko nicht zeichnen. Es herrscht Vertragsfreiheit in der Versicherungswirtschaft, und deshalb muss jeder Vertrag genau gelesen werden. Billig kann im Schadensfall sehr teuer werden.

    Jährlich werden in Deutschland, genaue Zahlen konnte ich nicht ermitteln, hoch gegriffen 5.000 Blindgänger entschärft. Ein Vermittler, der auf dieses Risiko aufmerksam macht, wird vorgeworfen, er macht das Geschäft mit der Angst.

    Der Abschluss einer Krebsversicherung, jährlich erkranken ca. 500.000 Menschen in Deutschland an Krebs (Weltkrebstag am 4.02.2020 ), ist laut den Verbraucherschützern ein Geschäft mit der Angst.

    Sturmflut in Hamburg „Sabine“ lässt Elbe über die Ufer treten“ ein Geschäft mit der Angst ?

    Keiner weiß, wann und wie in welcher Form er von einem Schaden betroffen wird. Viele Risiken sind versicherbar. Jeder für sich muss selber entscheiden, welche Risiken er abgesichert haben will, und muss auch dafür einen entsprechenden Beitrag bezahlen.

    Nur die Verbraucherschützer, die behaupten, die Versicherungen machen Geschäfte mit der Angst. Kommen in einem Schadensfall aber für die Kosten nicht auf.
    Der Versicherungsvermittler / Makler haftet für seine Tätigkeit.

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