BU-Marktstandards: Gold für HDI Leben und LV 1871

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Das Institut für Finanz-Markt-Analyse blickt in einer aktuellen Untersuchung auf die Marktstandards in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Gold-Rang erhalten acht Tarife von HDI Leben und zwei von LV 1871. Die Allianz bewegt sich mit vielen Tarifen auf Bronze-Niveau, darüber hinaus geht es nicht.

In der aktuellen Untersuchung wertet das Institut für Finanz-Markt-Analyse insgesamt 18 Kriterien aus, welche konkreten Ausprägungen es in den Bedingungen tatsächlich gibt. Das Vorkommen dieser Ausprägungen wird dann gezählt, und diejenige Ausprägung, die am häufigsten vorkommt, definiert den Marktstandard im Sinne einer „marktüblichen Durchschnittsregelung“.

Eine Regelung ist 2025 neu: Wie in der Erwerbsunfähigkeits- und Grundfähigkeitsversicherung differenziert das Institut für Finanz-Markt-Analyse die Untersuchungsergebnisse nach Gold, Silber, Bronze und Basis, je nachdem, in wie vielen Kriterien der Marktstandard übertroffen wurde. Anders als in der EU und GF werden in der BU erstmals Auszeichnungen in der Kategorie Gold vergeben werden. Die ersten Gesellschaften, deren Tarife die höchste bisher von Infinma vergebene Einstufung erreicht haben, sind HDI Leben und die LV 1871.

Für die Kategorie Gold muss ein BU-Produkt in den untersuchten 18 Kriterien mindestens zehnmal den Branchendurchschnittswert aus Kundensicht überbieten. In der Kategorie Silber sind mindestens 6 Regelungen, in der Kategorie Bronze ist mindestens 1 Regelung mit positiver Abweichung erforderlich.

Was auffällt: Die Allianz ist mit sehr vielen Tarifen vertreten. Gold- oder Silber-Niveau erhält keiner davon. Bronze bekommen aber 20 Produkte. Auf Basis-Level und Null von 18 Punkten kommen jeweils ein Tarif von Hanse Merkur und VPV.

Gegenüber der Untersuchung zu den Marktstandards in der BU 2024 hat sich die Anzahl der berücksichtigten Anbieter von 72 auf 68 Gesellschaften reduziert, heißt es. Als Hauptursache für diesen Anbieterschwund identifiziert das Institut für Finanz-Markt-Analyse Fusionen unter den Lebensversicherern.

Infinma berücksichtigt in dieser Untersuchung nach eigenen Angaben sämtliche BU-Tarife, die auf dem deutschen Markt angeboten werden. Unerheblich sei dabei, ob es sich um einen deutschen oder internationalen Risikoträger handelt, in welcher Rechtsform er organisiert ist oder welches Geschäftsgebiet oder welchen Vertriebsweg er bedient.

Als zählbare BU-Produkte gelten alle Tarife, die von ihren Versicherern mit einer eigenen Tarifbezeichnung und einem eigenen Bedingungswerk ausgestattet werden.

Verfehlten 2024 mit 158 von 415 getesteten Produkten noch knapp 40 Prozent die Infinma-Marktstandards, hat sich diese Quote 2025 auf etwas mehr als 30 Prozent reduziert. Von den 385 analysierten BU-Tarifen haben 177 nicht die Anforderungen der Marktstandards in der BU erfüllt.

„Vermutlich aufgrund der Änderung des Rechnungszinses zum Jahreswechsel hielten sich signifikante Veränderungen in den bedingungsseitigen Regelungen in Grenzen. Die Versicherer haben viel am Pricing gearbeitet und vor allem die ohnehin schon komplexen Regelungen zur Nachversicherung weiter ausgebaut“, kommentierte Jörg Schulz, Geschäftsführer bei infinma, die Ergebnisse.

„Im Hinblick auf den von einigen Anbietern eingeführten vollständigen Verzicht auf die abstrakte und konkrete Verweisung in der Erst- und Nachprüfung haben die Gesellschaften, die hier die Vorreiterrolle gespielt haben, immer noch die Nase vorn. Nachahmer hat es bisher so gut wie keine gegeben.“

Zur vollständigen Liste der zertifizierten Produkte gelangen Sie hier.

Autor: VW-Redaktion